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WOA 2014 : Wacken: Auf Kommando die „Pommes-Gabel“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ungewöhnlicher Senioren-Ausflug: Itzehoer Laurentius-Bewohner kommen in Wacken aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Wacken | „Und jetzt alle mal das Wacken-Zeichen machen!“. Auf das Kommando von Marga Perret grüßen alle zwanzig Businsassen den Ordner am Eingang zum Campingplatz mit der „Pommes-Gabel“ und lauten Wackööön-Rufen. Sie alle sind Bewohner der Laurentius Senioren Residenz in Itzehoe und der Ausflug nach Wacken ist für sie ein echtes Erlebnis.

Als die ersten Campingplätze zwischen den Wackener Häusern in Sicht kommen, hört man von den 75- bis 99-Jährigen Ahhhhs und Ohhhhs, wie bei einem beeindruckenden Feuerwerk oder einem besonders exotischen Tier im Zoo.

„Das ist ja nicht möglich“, flüstert die 81-jährige Irma Rieske ihrer Sitznachbarin zu. Die nickt nur staunend: „Um Gottes willen, was für Massen. So habe ich mir das nicht vorgestellt.“

Marga Perret, ihres Zeichens Hauswirtschaftsleiterin in der Senioren Residenz, setzt derweil ihre fachkundigen Erklärungen fort. Als Gribbohmerin ist sie bestens informiert, hat die Entwicklung des Festivals von Anfang an miterlebt. „Hier ist der Kiss&Ride-Parkplatz. Das bedeutet für die Eltern: Küsst eure Kinder und dann haut wieder ab.“ Das sorgt für lautes Gelächter im Bus.

Die Senioren Residenz veranstaltet die Wacken-Tour bereits zum zweiten Mal. Im Vorjahr hatten die Mitarbeiter einfach einige Senioren in ihren Autos mitgenommen. „Wir dachten eigentlich, wir wären damit davon ab gewesen“, erzählt Marga Perret. „Aber dann kam immer häufiger die Frage, wann wir denn in diesem Jahr nach Wacken fahren würden. Da haben wir kurzerhand diesen Bus organisiert.“ Nach einer Tour durchs Dorf geht es an den Campingplätzen vorbei bis zur Gaststätte Waldesruh, wo alle die neuen Eindrücke bei Sahnetorte und Kaffee verarbeiten können.

Wer in diesem Jahr zum ersten Mal dabei ist, ist besonders beeindruckt von den vielen jungen Menschen. Dass die alle in Zelten wohnen sollen, will die 99-jährige Anne Vogel kaum glauben. Aber sie freut sich darüber, dass alle friedlich miteinander feiern. „Sowas gab es bei uns früher nicht“, sagt auch Hertha Kock. „Wir hatten ja nur Tanzabende.“ Über das Wacken Open Air wird häufig in der Senioren Residenz diskutiert, alle haben schon einmal die Menschenmassen am Bahnhof in Itzehoe oder die Berichte im Fernsehen gesehen. „Aber in echt ist es doch ganz anders“, sagt die 80-jährige Helga Juretzka. „Das hatte ich mir so nie vorgestellt.“

Große Begehrlichkeiten wecken die Wacken-Shirts, die die Teilnehmer aus dem Vorjahr geschenkt bekommen hatten und jetzt mit großen Stolz tragen. „Meins hatte mein Enkel schon stibitzt“, erzählt die 88-jährige Hertha Kock. „Das musste ich mir für dieses Jahr wieder zurückholen.“ Auch die Wacken-Neulinge wollen unbedingt ein schwarzes T-Shirt mit Bullhead-Aufdruck haben.

Marga Perret verspricht: „Die T-Shirts besorge ich, wenn Wacken vorbei ist.“ Vielleicht können die Damen und Herren es dann bei ihrem nächsten Besuch in der Heavy-Metal-Hauptstadt tragen.

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erstellt am 01.Aug.2014 | 05:15 Uhr

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