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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 12:08 Uhr

Graf warnt : Vorsicht im Wald

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Überall im Breitenburger Wald noch Spuren der Verwüstungen durch die Stürme. Moritz Graf zu Rantzau mahnt: Unbedingt auf den Wegen bleiben.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 05:00 Uhr

Moritz Graf zu Rantzau liebt den Wald. Voller Leidenschaft berichtet er, wie einst sein Urgroßvater Aufforstungen vorgenommen hatte, deren Ernte die Nachfahren einbringen sollten. Im Moment macht dem 33-Jährigen der familieneigene Baumbestand in und um Breitenburg allerdings größte Sorgen. Erst Sturm Christian, dann Orkan Xaver: Die heftigen Böen haben Schneisen der Verwüstung hinterlassen. Der Wald ist übersät mit entwurzelten Fichten, Lärchen und Douglasien. Vor allem die großen, stattlichen Bäume hat es erwischt. In einigen Bereichen sind regelrechte Lichtungen entstanden. Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden: Für die vielen Spaziergänger birgt der Sturmschaden größte Gefahren. Moritz Graf zu Rantzau warnt denn auch eindringlich davor, in den Wäldern von den vorgegebenen Wegen abzuweichen. Zum Teil würden die umgefallenen Bäume noch unter großer Spannung stehen. Manche Fichte ist auch nur angeschlagen und könnte in den nächsten Tagen und Wochen noch umkippen. „Hier ist allergrößte Vorsicht geboten“, mahnt Moritz Graf zu Rantzau.

Die gräfliche Familie ist in der Region der wohl mit Abstand größte private Waldbesitzer. Allein in Breitenburg nennt sie eine Waldfläche von rund 640 Hektar ihr Eigen. Insgesamt umfasst der Rantzau’sche Waldbesitz rund 1200 Hektar, darunter seit 2006 auch ein großes Gebiet in Burg in Dithmarschen. Laut Moritz Graf zu Rantzau setzt die Familie ganz auf nachhaltige Forstwirtschaft. Im Schnitt liegt der jährliche Hiebsatz bei rund 2000 Festmetern. Durch die beiden Stürme kommt jetzt noch einmal die zweieinhalbfache Menge dazu.

Bis der Wald wieder komplett aufgeräumt ist, könne es weit in den Februar hinein gehen, schätzt Graf zu Rantzau. Da das Familienunternehmen für die Forstwirtschaft über keine eigenen Mitarbeiter verfügt, müssen jetzt Fremdfirmen angeheuert werden. Die sind angesicht der Sturmschäden im ganzen Land allerdings gut ausgebucht. Stark frequentiert werden die Wälder auch von vielen privaten Brennholz-Nutzern. Aber auch die müssten sich derzeit, so der Sprecher, ein bisschen in Geduld üben.

Die Baumstämme einfach liegen lassen, geht auch nicht. Dort würden sich dann zunehmend Borkenkäfer breit machen, die dann wiederum großen Schaden im gesamten Bestand anrichten können. Voraussichtlich werden die Aufräumarbeiten erst zum Jahreswechsel so richtig losgehen können, sagt Moritz Graf zu Rantzau. Erst einmal musste auch eine umfassende Bestandsaufnahme mit Kennzeichnung der geschädigten Bereiche vorgenommen werden. „Nicht dass die Leute denken, wir kümmern uns nicht.“ Bleibt die große Sorge vor Unfällen, weil Spaziergänger die Warnungen nicht ernst nehmen. „Es gibt ja nichts Schöneres, als ein Waldspaziergang bei frostigen Temperaturen“, weiß Moritz Graf zu Rantzau, dass die Wälder gerade auch über die Feiertage gerne genutzt werden. „Wir freuen uns, wenn die Leute unseren Wald gut finden. Wir wollen und können ja auch niemandem das Betreten der Wälder verbieten. Nur vorsichtig müssen sie jetzt eben sein.“

Während die großen Stämme im Wald auf die Rücke-Teams warten, kommt auf dem Schlosshof der planmäßige Verkauf der Weihnachtsbäume so langsam in Fahrt. Gut 1000 Stück in verschiedenen Größen wandern in den nächsten Tagen und Wochen aus dem Rantzau’schen Forst in die Wohnstuben. „Wir haben die Preise auch ein bisschen gesenkt. Schließlich hatten es viele Menschen in diesem Jahr schon schwer genug gehabt“, sagt der 33-Jährige.

 

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