Familienbildungsstätte : Vorliebe für abgefahrene Bücher

Einmal quer durch den Büchermarkt: Laule Meyer von der „Bücherstube am Fleth“ richtet für die Familienbildungsstätte (FBS) Bücherabende aus.
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Einmal quer durch den Büchermarkt: Laule Meyer von der „Bücherstube am Fleth“ richtet für die Familienbildungsstätte (FBS) Bücherabende aus.

Buchhändlerin Laule Meyer liest gerne asiatische und polnische Autoren. In der Familienbildungsstätte gibt sie Literaturempfehlungen.

shz.de von
06. Januar 2015, 17:00 Uhr

Die Glückstädter Familienbildungsstätte bietet ein vielfältiges Programm für Groß und Klein. In loser Reihenfolge stellen wir die Mitarbeiter vor. Heute: Laule Meyer.

Beim aktuellen Büchermarkt interessieren sich die meisten Leser wohl vornehmlich für die obersten zehn Titel auf den Bestsellerlisten. Aber zu den Vorlieben der Glückstädter Buchhändlerin Laule Meyer (42) gehören auch „abgefahrene Themen“: Sie interessiert sich für asiatische und afrikanische Literatur. „Das sind nicht die etablierten Autoren. Sie tauchen nicht auf den Bestsellerlisten auf. Das macht es umso interessanter“, sagt sie.

Laule Meyer veranstaltet mehrmals im Jahr Vorstellungsabende an ihrem Arbeitsplatz, der Bücherstube am Fleth. Als sie gefragt wurde, ob sie das nicht auch für die Familienbildungsstätte (FBS) machen könne, hat sie sofort ja gesagt. Seitdem gibt es Abende zu Themen wie „Frauen und ihre Bücher“. Gemeinsam mit den Teilnehmern sitzt sie in einer großen Runde zusammen, meist kommt noch eine Kollegin aus der Bücherstube hinzu. In der Regel erstellt sie eine Liste mit 20 Werken, die sich thematisch querbeet durch den aktuellen Büchermarkt arbeitet – vom Roman bis Sachbuch, von der Biografie bis zum Krimi.

Vor allem werden Neuerscheinungen vorgestellt. „Wir sagen zu jedem Werk etwas, geben Empfehlungen und Lesetipps“, so die Leiterin. Sich auf die Vorlieben der Teilnehmer einzustellen, um nicht an den Interessen vorbei zu arbeiten, sei dabei nicht so schwer. „Wenn sie zum zweiten Mal dabei sind, weiß ich schon, was sie mögen.“ Die Teilnehmer haben Gelegenheit, Fragen zu stellen, „und im Zweifel kann man zum Regal gehen und das Buch heraus ziehen.“

Ausgewählt werden die Bücher auch nach den Haupterscheinungszeiten bei den Messen. „Ich habe in jeder Saison ein Lieblingsbuch“, sagt Laule Meyer. Ihre Empfehlung für den Winter: „Meg Wolitzer: Die Interessanten.“ Darin gehe es um fünf Leute, die sich in einem Sommercamp an der Ostküste der Vereinigten Statten kennenlernen.

„Ich lese hauptsächlich Romane, meine Kollegin die Krimis“, sagt die Buchhändlerin, die schon allein von berufswegen immer auf dem neusten Stand der Literatur sein muss. Durchschnittlich sieben Bücher schafft sie im Monat komplett, viele weitere liest sie an: „Ich gebe jedem Buch eine 100-Seiten-Chance.“ Wenn sie es dann noch als gut empfinde, lese sie es bis zum Ende.

Bei der Buchauswahl orientiere sie sich an Verlagsprogrammen und -überblicken. Bei 80 000 Neuerscheinungen im Jahr auf dem deutschen Buchmarkt könne sie selbstverständlich nicht alles alleine lesen: „Wir haben viele Angestellte im Laden mit Partnern, die mitlesen.“ So bleibe man informiert.

Eine weitere spezielle Vorliebe hat Laule Meyer: Sie liest Romane auch auf Polnisch. Die Sprache hat sie während des Studiums der interkulturellen Pädagogik und bei einigen Auslandsreisen gelernt. „Ich musste Migrantensprachen lernen, nicht Französisch und Englisch“, erzählt sie. „Ich lese deshalb auch jetzt noch polnische Literatur und empfehle auch polnische Autoren.“

Das größte Kompliment für ihre Bücherabende: „Die Teilnehmer geben mir Rückmeldungen. Und wenn sie dann wieder kommen, wollen sie Literatur nach der von uns ausgegebenen Liste haben.“ Die nächste Veranstaltung in der Familienbildungsstätte ist im Sommer geplant.

>Infos: hallo@buecherstube-am-fleth.com

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