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Landestheater : Vorerst keine Jugendsparte in Itzehoe

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Vorschlag, die Jugendsparte des Landestheaters in Itzehoe anzusiedeln ist wegen finanzieller Probleme aufgeschoben – aber nicht vom Tisch.

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erstellt am 25.Mai.2016 | 05:00 Uhr

„Ich habe niemanden getroffen, der die Idee nicht toll findet.“ Knapp ein Jahr ist es her, dass Peter Grisebach, Intendant und Geschäftsführer des Landestheaters, diesen Satz vor politischen Gremien in Itzehoe gesagt hat. Thema: eine eigene Sparte für das Kinder- und Jugendtheater. Bürgermeister Andreas Koeppen würde sie gern in Itzehoe ansiedeln, doch zuletzt waren andere Fragen wichtiger für das Landestheater. Dabei bleibt es einstweilen – vom Tisch ist der Vorschlag aus der Steinburger Kreisstadt aber keinesfalls.

Ein „Zukunftsmodell“ hatte Grisebach Koeppens Idee genannt. Diese sei nach wie vor „überzeugend und richtig“, sagt Pierre Gilgenast, Bürgermeister in Rendsburg und Aufsichtsratsvorsitzender des Landestheaters, jetzt auf Anfrage. Wo es Kinder- und Jugendtheater gebe, sei es sehr erfolgreich und erlebe großen Zuspruch: „Man schafft es dadurch, die jungen Leute für das Theater zu begeistern und Nähe zum Theater herzustellen.“ So erlebt es Koeppen auch in Itzehoe: „Unsere Sparte läuft mehr als gut.“ Der Bedarf sei sehr groß, deshalb sei es gut und richtig, auf das Kinder- und Jugendtheater zu setzen.

Aber noch nicht jetzt. Eine Summe von mehr als 800000 Euro stand im Raum für die neue Sparte, das sei schwierig vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzsituation, sagt Gilgenast. So gut die Idee sei, „der Zeitpunkt ist für das Landestheater schwierig, jedenfalls in dieser Umbruchphase, die wir haben“. Gerade gestern hatte der Aufsichtsratsvorsitzende einen wichtigen Termin: Die Verlegung des Sitzes der Generalintendanz nach Rendsburg ist nun beurkundet, der Umzug aus Schleswig spart Fahrt- und Verwaltungskosten (siehe Kultur-Seite). Das Landestheater insgesamt müsse erst einmal stabilisiert werden, sagt Koeppen. Da sei es gut, Kraft und Geld zu bündeln, um es an zwei Standorten – Rendsburg und Flensburg – zu etablieren: „Das muss vernünftig abgeschlossen werden.“ Wichtig sei dann auch, dass genügend Spielstätten vorhanden seien, um die Produktionen abnehmen zu können.

Damit ist er beim Problem Schleswig, einer Hängepartie, die es weiterhin in sich habe. Ob es eine adäquate Spielstätte an der Schlei geben werde, müsse abgewartet werden, sagt auch Gilgenast, der in den kommenden Wochen Klarheit erhofft.

Immerhin laufe es wirtschaftlich im Landestheater wieder deutlich besser, anhand des Gutachtens der Beraterfirma Actori werde es tendenziell gelingen, das Defizit erheblich zu reduzieren. Intendant Grisebach hatte zuletzt erklärt, das Theater stehe besser da als von den Beratern errechnet, er peile eine schwarze Null zum Jahresende an. Die Zahlen seien gut, „sie machen einen wirklich guten Job“, betont Koeppen. Eine Rolle spielen dabei Zuschauerzahlen, die gerade deshalb steigen, weil mehr junge Besucher kommen.

Auch das Gutachten besage, dass die Zukunft beim Kinder- und Jugendtheater liege, sagt der Itzehoer Verwaltungschef. Eine eigene Sparte in Itzehoe sei deshalb nicht tot, nur im Moment angesichts der anderen Baustellen nicht vorrangig: „Wir müssen einfach mal ein Jahr ins Land gehen lassen.“


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