Leseaktionen: : Von Waisenkindern, Rittern und Burgfräulein

An den Pranger gestellt zu werden war gestern in der Schulbücherei ein beliebter Spaß.
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An den Pranger gestellt zu werden war gestern in der Schulbücherei ein beliebter Spaß.

Wilsteraner Fünftklässler und Grundschüler erleben interessanten Lesestoff.

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15. November 2013, 18:15 Uhr

Das Lesen wurde gestern Vormittag in der Gemeinschaftsschule ebenso wie in der Wolfgang-Ratke-Schule ganz groß geschrieben. Für die Grundschüler war der Vorlesetag – eine bundesweite Aktion, zu der die Stiftung Lesen aufgerufen hat – mit einem Themen-Erlebnis der besonderen Art verbunden. Das Eltern-Team der Schulbücherei hatte das Obergeschoss im Nebengebäude in eine Welt der Ritter und Burgfräulein verwandelt.

Da gab es in einem Klassenraum ein „Verlies“, in dem jedes Kind sich vielleicht etwas gruseln konnte, auf jeden Fall aber eine leckere weiße Maus fing. Auf dem Flur war Ringreiten per Steckenpferd angesagt und in der Schulbücherei fühlte jeder sich wie in einer Burg. Da war viel Abwechslung angesagt, beispielsweise beim Dosenwerfen. Wer wollte, konnte sich zum Ritter schlagen lassen – und wer „Pech“ hatte, landete am Pranger.

Dem Pausenspaß folgte das Lesevergnügen, wobei die Erst- und Zweitklässler vieles über das Mittelalter erfuhren und die Dritt- und Viertklässler über Ritter und Tugenden. Für die tolle Deko und kostümierte Betreuung sorgten Birte Albrecht, Marlis Heesch, Melanie Franzenburg, Silvia Blohm, Anja Bielinski, Angelina Klatt und Delf Schmidt-Schlott, als Leser engagierten sich Bettina Engel, Anke Beimgraben, Ines Güstrau und Anne-Marte Block.

„Ihr habt das ganz, ganz große Glück, dass ihr von Frau Labendowicz eine Privatlesung bekommt, und ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Zuhören“, sagte Marlis Krumm-Voeltz, Leiterin der Gemeinschaftsschule. In der Mensa führte Stadtbüchereileiterin Karin Labendowicz die etwa 60 Fünftklässler in das nicht gerade glanzvolle Leben des kleinen englischen Waisenmädchens Ivy. Völlig allein gelassen gibt es für die Sechsjährige einen besonderen Weihnachtswunsch: eine Puppe. Wie Ivy und die Puppe Holly zusammenkommen und dabei auch liebevolle Adoptiveltern finden, verfolgten die Schüler gespannt.

Eine Geschichte, die, so abschließend Marlis Krumm-Voeltz, alle Zuhörer darauf aufmerksam gemacht hat, dass nicht jedes Kind alles bekommt, was auf dem Wunschzettel steht, und dass es Kinder gibt, deren Wünsche ganz existenzielle Hintergründe haben. Sie wies dabei auf die katastrophale Situation der Menschen nach dem Taifun auf den Philipinen hin.

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