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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 12:14 Uhr

Integration : Von Krieg und Gastfreundschaft

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Einwanderer berichten von ihren Erfahrungen

„Deutsch ist eine schwere Sprache“, befinden zwei Flüchtlinge aus Afghanistan, die im Diakonie-Treff den Sprachunterricht besuchen. Aber sie seien sehr zufrieden in Glückstadt, denn es seien immer helfende Menschen für sie da. Vor allem schätzten sie, dass ihre Kinder die Freiheit genießen, allein zur Schule gehen oder auf der Straße spielen könnten.

Die evangelische Kirchengemeinde hatte in ihrer Reihe „Über Gott und die Welt“ zu einem Abend unter dem Titel „Als ich nach Deutschland kam“ eingeladen. Kathrin Huber vom Diakonie-Treff und Pastor Stefan Egenberger hatten ein buntes Programm mit Gesprächen, Spielen, Musik und kulinarischen Spezialitäten zusammengestellt.

Wichtig waren den Organisatoren vor allem die Erlebnisberichte derer, die heute als Zuwanderer in Glückstadt leben. Die beiden Afghanen erinnerten sich an die schwierige Situation in ihrem Heimatland, wo Krieg und viele Probleme herrschen. Der Anfang im neuen Land war für sie vor allem wegen der sprachlichen Probleme schwierig.

Der aus Russland stammende Nikolai Schwarz empfindet das Gefühl der Freiheit in Deutschland als sehr intensiv. „Ich habe mich sofort frei gefühlt und habe einige Jahre gebraucht, um mich endgültig an die Freiheit, aber auch die damit verbundene Verantwortung für das eigene Leben zu gewöhnen.“

Seine Landsmännin Paulina Weigel berichtet: „Es waren gleich Menschen da, die sagten: ‚Ihr seid willkommen’.“ Beide gaben als einen ihrer ersten und hilfreichsten Kontakte die Mitglieder der Glückstädter Wählergemeinschaft – und hier besonders Jürgen Böttcher – an, die sich um Vieles gekümmert und geholfen hätten.

Zuletzt berichteten zwei Frauen aus dem Irak von ihrer Situation. Beide wissen noch nicht, ob sie in Deutschland bleiben können, da es Probleme mit der Ausländerbehörde gäbe. „Aber die Zeit, die wir und unsere Familien hier in Deutschland verbringen können, ist so wichtig für uns. Wir sind dankbar dafür, jetzt hier zu sein, auch wenn wir vielleicht zurück in den Irak gehen müssen,“ betonten beide.

Viel Spaß gab es beim gemeinsamen Vokabellernen. Kathrin Huber hatte einige Gegenstände mitgebracht und diese wurden auf verschiedenen Sprachen gemeinsam benannt. Auch für die deutschen Gäste waren Zungenbrecher dabei, bei deren Aussprache sie aber viel Spaß hatten. Beim abschließenden Essen wurden die anregenden Gespräche weitergeführt. An diesem Abend zeigte sich gelebte Integration auf allen Seiten.

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