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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 07:08 Uhr

Jo Bohnsack : Von Kollmar aus in die Blues-Welt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Musikalische Wurzeln des bekannten Musikers Jo Bohnsack liegen auch in der Elbgemeinde/Hier konnte er ungestört proben.

von
erstellt am 10.Jan.2014 | 17:00 Uhr

„Ich habe schon früh gemerkt, dass ich den Blues im Blut habe. Und als „Rampensau“ wurde ich schon in der Schulzeit bezeichnet“, berichtet Jo Bohnsack. Es war also nur die logische Konsequenz, dass er sein Leben der Musik und der Show widmete. Einige Wurzeln seines Erfolges liegen dabei auch in Kollmar. Um sein Talent auf eine solide Basis zu stellen, absolvierte er ein Studium an der Musikhochschule in Hamburg, Hauptfach Klavier. „Das war eine spannende Zeit – und das beste war, dass meine Familie ein Haus in Kollmar hatte, in dem ich ungestört Musik machen konnte, wann und so viel ich wollte“, erzählt Bohnsack. Das Üben der so genannten ostinaten (immer wieder kehrenden) Bassfiguren, wäre für keinen direkten Nachbarn in Kollmar erträglich gewesen, sei aber notwendig, um ihn ganz nach vorne zu bringen. So übte er Zuhause in Kollmar, fuhr aber zum Studieren nach Hamburg zwischen. Der Elbgemeinde ist Jo Bohnsack auch später treu geblieben. Sein Hauptwohnsitz hat er zwar auf Sylt, aber immer wieder ist er auch in seinem Haus in Kollmar anzutreffen. Über diese Steinburger Adresse laufen auch eine Konzertanfragen.

Während seiner Reisen und Auftritte, unter anderem in Indonesien, Mexiko, den USA, Frankreich und Italien, knüpfte Bohnsack zahlreiche Kontakte und spielte innerhalb kürzester Zeit zusammen mit internationalen Showgrößen wie Roy Hargrove, Albert King, Champion Jack Dupree oder B.B. King. Mit Dupree und King verband ihn eine innige Freundschaft und mit beiden tourte er über mehrere Wochen hinweg. Doch auch mit anderen Künstlern trat er zusammen auf – so auch mit Alicia Keys oder Justin Timberlake, mit denen er in New York das „A Heart for Africa“ Konzert spielte.

Dennoch ist der Familienvater bodenständig geblieben und ist der Meinung: „Ob Hamburg, Kollmar oder New York ist letztlich gleichgültig. Die New Yorker sind einfach nur viel extremer und zahlen beispielsweise 5000 Dollar Eintritt pro Karte.“

Geerdet wird Bohnsack nach wie vor auf seiner Heimatinsel Sylt, wo er im Alten Kursaal seine ersten Erfolge feierte und auch heute noch rund zehn Konzerte pro Jahr gibt. Doch auch in Hamburg fühlt er sich Zuhause. Hier spielt er jeden zweiten „Blues“-Montag im Monat, nun schon seit fast 25 Jahren, im Cotton Club. Aber auch in Kollmar ist er desöfteren zu sehen und zu hören.

Nach negativen Erlebnissen gefragt, nennt Bohnsack die Tatsache, dass einige Menschen „Musiker behandeln, als hätten diese einen Schlitz im Kopf: Steck ´n Euro rein und man fängt an zu klimpern.“ Für ein derartiges Verhalten hat der alte Showhase keinerlei Verständnis, denn nach wie vor bedeutet Musik für ihn Leidenschaft und inniges Gefühl.

Zu den beeindruckendsten Stationen in der Laufbahn des Klavier Virtuosen gehören das Jazz & Heritage Festival in New Orleans sowie das Internationale North Sea Jazz Festival in Den Haag. „Da waren wirklich alle - Ella Fitzgerald, Paul Anka, James Brown, Miles Davis, Carlos Santana, Alicia Keys, Lionel Hampton und und und ...es war Wahnsinn, einfach berauschend.“ Besonders stolz ist der 53-Jährige auf seine Aufnahme in die exklusive Riege der Steinway-Künstler, die einem Ritterschlag als Profi-Pianist gleichkommt.

Jo Bohnsack hat viel gesehen und die Menschen weltweit mit seiner Musik und seinem mitreißenden Rhythmus begeistert. Es gibt jedoch drei Dinge, die er unbedingt noch machen möchte: Ein großer Traum sei ein Auftritt mit den Pointer Sisters. „Die Mädels waren der Hammer. Echte Raketen. Naja, vielleicht ein bisschen anstrengend mit allen Dreien“, räumt Bohnsack lächelnd ein. Ein weiterer Traum, auf dessen Erfüllung er hin arbeitet: Ein Auftritt in Moskau. Und zu guter Letzt: Ein Ritt durch Transsylvanien, auf einem Esel, mit einer schönen Rumänin im Gepäck.







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