Eröffnet : Von Fremden zu Freunden

Gitarrenkunst beim Café International: Lukas Kaczmarowski aus Itzehoe (l.) und Ove Petersen aus Uetersen gestern Nachmittag vor dem Caritahaus St. Josef in der Hindenburgstraße.
1 von 3
Gitarrenkunst beim Café International: Lukas Kaczmarowski aus Itzehoe (l.) und Ove Petersen aus Uetersen gestern Nachmittag vor dem Caritahaus St. Josef in der Hindenburgstraße.

Erste Interkulturelle Woche in Itzehoe beginnt – 20 Veranstaltungen bis zum Neubürgerempfang am kommenden Sonntag.

von
29. September 2014, 05:00 Uhr

Woher kommst du? Als Kind hörte Samiah El Samadoni diese Frage. Dabei war es klar: aus Kiel. Dennoch, „ein bisschen fremd“ fühlte sich die Tochter eines Ägypters in Deutschland – ein bisschen fremder jedoch, als sie als Jugendliche ein Jahr in Ägypten lebte. Sie merkte: Fremdes müsse man erst beobachten und sich annähern, um sich in Toleranz üben zu können.

Das will Samiah El Samadoni vermitteln als Bürgerbeauftragte des Landes für soziale Angelegenheiten, zuständig auch für die Antidiskriminierungsstelle. Gestern hat sie im Wenzel-Hablik-Museum die erste Interkulturelle Woche in Itzehoe eröffnet. Sie zeigte auf, wo ihre Dienststelle rechtlich hilft, die wichtigste Aufgabe sei aber die gesellschaftliche Veränderung: „Nur so erreichen wir die Köpfe der Menschen, auch die Herzen, bauen Vorurteile ab und verhindern Diskriminierung.“

Sie habe Vorurteile gehabt, gab eine Schülerin der Handelslehranstalt Neumann zu. Jetzt sei sie sauer auf sich selbst. Die Wende brachte das Filmprojekt „Erst fremd – dann Freund“, dessen Ergebnis gezeigt wurde. Schüler hatten dafür mit Flüchtlingen gearbeitet, Freundschaften entstanden. „Eine tolle Erfahrung“, waren sich alle einig. Flüchtlinge aus Afghanistan bedankten sich herzlich – auch dafür, die so sehr gewünschte Beschäftigung zu haben.

Deutschland sei ein Einwanderungsland, und das biete Chancen, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen als Schirmherr. Miteinander reden, voneinander lernen, das sei der Weg. Dafür beinhalte die Woche ein beeindruckendes Programm, lobte Samiah El Samadoni: „Sie füllen in den kommenden Tagen den Gedanken einer Willkommenskultur mit echtem Leben.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen