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Ausstellung : Von Dolche bis Degen: Messerscharf – die Geschichte der Klinge

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Museum Kellinghusen widmet sich in einer Sonderausstellung der Geschichte der Klinge. Ab 29. September gibt es dort scharfe Gegenstände vom Taschenmesser bis zur Steinzeitklinge zu bestaunen.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 13:19 Uhr

Dolche, Degen und Co. geben sich im städtischen Museum – sicher hinter Glas - ein Stelldichein. „Messerscharf - zur Geschichte der Klinge“ lautet der Titel der neuen Sonderausstellung. Gewidmet ist die Schau von Sonntag, 29. September bis Sonntag, 15. Dezember der Entwicklung der Klinge.

Im Mittelpunkt stehen historische Blankwaffen zum Gebrauch bei Militär und Polizei. Gezeigt werden daneben zivile Schneidwaren des Alltags wie Taschenmesser, Küchengerät und Handwerksmesser. Zur Verfügung gestellt wurden die Exponate von dem Kellinghusener Sammler Wolfgang Kroker und der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, Volkskundemuseum Schleswig. Die Eröffnung erfolgt am Sonntag, 29. September um 16 Uhr durch den stellvertretenden Bürgermeister Malte Wicke (BFK). Die Einführung hält Museumsleiter Hans-Georg Bluhm.

„Zivile Messer stammen zum Teil auch aus dem Bestand des Museums“, erklärt Bluhm am Beispiel des Rasiermessers. Das aufklappbare Rasierwerkzeug, zuweilen auch als schaurige Mordwaffe an die Kehle gesetzt, war für jeden Mann unentbehrlich - bis 1901 der Amerikaner Gillette die Einwegklinge erfand. Der überwiegende Teil der Schau-Exponate kommt jedoch aus der Sammlung von Wolfgang Kroker. Insbesondere das scharf geschliffenen Handwerkszeug von Militär und Polizei aus aller Welt dürfte Fach- und Laienpublikum gleichermaßen beeindrucken. Schließlich kann im Museum von Nahem betrachtet werden, was sonst meist nur den Kampfszenen von Historienfilmen zu sehen ist. Neben Exotischem wartet die Schau auch mit Stücken zur Heimatkunde auf. „Die ältesten Klingen sind Flintabschläge aus der mittleren Steinzeit“, sagt Bluhm. Gefunden wurden sie im Rosdorfer Wald.

Besonders interessant wird es, wenn Kroker zu den Exponaten Stellung nimmt. Sein fundiertes Wissen stellt der Sammler auf Anfrage auch bei Führungen zur Verfügung. Aufgelockert wird die Schau durch handkolorierte Zeichnungen. Bei Museumsbesuchen hat Kroker stets Block und Stift dabei, um schöne Griffe von unerschwinglichen Degen zu abzuzeichnen. Wie er zur messerscharfen Passion kam? Familientradition ist es bei den Krokers, zur Polizei zu gehen. Der junge Wolfgang hatte dazu keine Lust und wurde Pfarrer - aber mit dem Hobby Polizei- und Militärgeschichte.

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