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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 07:57 Uhr

Neues BUch : Von der Musik in der Bibel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stephan Reinke, Kantor für Popularmusik in der Region Itzehoe, veröffentlicht ein Buch über „Musikgeschichten der Bibel“.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2013 | 12:45 Uhr

Menschen zur Musik bringen, das kann er. Als Kantor für Popularmusik in der Region Itzehoe ist genau das auch Stephan Reinkes Aufgabe im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. Geschichten über Musik erzählen kann er auch: Vor kurzem hat die Deutsche Bibelgesellschaft in der Reihe Biblische Taschenbücher seine „Musikgeschichten der Bibel“ veröffentlicht. Der Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler bietet darin Einsichten in die Rolle, die die Bibel der Musik zuschreibt.

„Die Bibel hat keinen verklärten, sondern einen realistischen Blick auf Musik“, sagt der Autor. Die Schriften des Alten und Neuen Testamentes stellten Musik nicht als grundsätzlich gut oder schlecht dar – es komme auf die Haltung an, in der musiziert, und auf den Zweck, zu dem Musik eingesetzt werde.

Die „Musikgeschichten der Bibel“ zeigen auf: Heilen und zerstören, betören und überlisten, bejubeln und klagen – Musik ist vielfältig. Reinke beleuchtet dies hintergründig, aber leicht lesbar. Dazu stellt er auch biblische Texte in moderne Zusammenhänge. „Singet dem Herrn ein neues Lied“ – diese in Psalm 98 formulierte Aufforderung an das aus dem babylonischen Exil befreite Volk Israel bringt er zum Beispiel in Verbindung mit den Jubelgesängen von Fußballfans. In lockerem Ton aufbereitet laden thematische Ausflüge ins Buch der Bücher zu neuen Ansichten ein – über Musik und über die Bibel.

„Nichts ist nur deswegen gut, weil es immer schon so war – und es ist gut, dass es auch in der Bibel nicht so ist“, sagt Reinke. Insbesondere für Kirchenmusiker wichtig sei die Erkenntis, dass Musik nicht als Teil der göttlichen Schöpfung zu sehen sei, sondern als von Menschen erbrachte Zivilisationsleistung. Es gehe daher darum, Musik gut einzusetzen, und nicht ein vorgegebenes Repertoire zu pflegen. „Der Wandel der Kirchenmusik ist auch aus biblischer Sicht logisch.“ Der Kantor für Popularmusik unterstreicht damit sein eigenes Wirken: Mit Angeboten wie Gospel-Workshops, dem Einstudieren einer Pop-Kantate oder wie jüngst der Aufführung einer „Irischen Messe“ durch einen Projektchor in der Edendorfer Thomas-Gemeinde spricht er Musikinteressierte an, die Spaß daran haben, auf vielfältige und moderne Art Zugang zur Kirchenmusik zu bekommen. Also ganz im biblischen Sinne.

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