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Woche des SEHENS : Von der Lupe bis zur Küchenwaage: Hilfsmittel für Sehbehinderte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wertvolle Hilfe für Betroffene: Der Blinden- und Sehbehindertenverein informiert in der Itzehoer Stadtbücherei.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Das Augenlicht lässt nach, Lesen wird zur Schwerstarbeit und Begegnungen zum Ratespiel. Wer schlecht oder gar nicht mehr sehen kann, ist zunächst aufgeschmissen. Das weiß Karl Friedrich Steltmann aus eigener Erfahrung: Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Steinburg des Blinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Holstein ist seit Anfang 2006 amtlich blind, seine Sehkraft im zentralen Sichtfeld liegt bei weniger als zwei Prozent. Durch eine Erbkrankheit verlor er sein Augenlicht schleichend.

Gemeinsam mit Gisela Schrade, die von Geburt an farbenblind und stark sehbehindert ist, bietet er Betroffenen seine Hilfe an. Noch bis einschließlich nächsten Dienstag findet in der Stadtbücherei von 10 bis 18 Uhr die Woche des Sehens statt. Unter dem Motto „Einblick gewinnen“ können Betroffene, Angehörige und Interessierte sich informieren und beraten lassen.

„Wir möchten ihnen die Angst nehmen, Perspektiven aufzeigen und eine Anlaufstelle in der Öffentlichkeit bieten“, so Steltmann. Diese Möglichkeit nutzte Waltraut Wirse sofort. Die Itzehoerin verfügt über 20 Prozent Sehfähigkeit, Lesen ist ihr nur mit einer beleuchteten Lupe möglich, die ihr ärztlich verschrieben wurde. „Das geht noch gerade, aber strengt sehr an“, sagt sie.

Steltmann zeigte ihr weitere Möglichkeiten auf, um den Alltag zu erleichtern. Eine davon ist ein digitales Notizbuch, das nicht nur kurze Sprachnotizen aufzeichnet, sondern auch Hörbücher abspielen kann. Um das Lesen zu erleichtern oder überhaupt möglich zu machen, gibt es mehrere Hilfsmittel, zum Beispiel eine digitale Lupe oder ein Bildschirmlesegerät, die das Schriftbild mit einer Kamera aufnehmen und vergrößert wiedergeben. Für Blinde bieten sich ein Vorlesesystem oder auch Sprachausgabesysteme für den Computer an.

Auch über weitere Hilfsmittel wie Uhren und Waagen mit Sprachausgabe, Navigationssysteme und Farberkennungsgeräte informieren Steltmann und sein Team.

> Der Info-Stand ist am 10., 11., 14. und 15. Oktober jeweils von 10 bis 18 Uhr besetzt.

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