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Ein Gebäude schreibt Geschichte : Von der Dorfschule zur Begegnungsstätte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vor 100 Jahren wurde Kudens Dorfschule eröffnet. Heute ist das Haus Treffpunkt für alle Bürger.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 08:15 Uhr

Vor hundert Jahren, genau am 10. Oktober 1913, wurde Kudens Dorfschule eröffnet. Seit dem 6. Juli 1991 dient sie als Haus der Begegnung Kudens Bürgern als Treffpunkt zu allen möglichen Anlässen und Gelegenheiten.

„Vom Kinderfest bis zum Weihnachtsmarkt, von der privaten Hochzeitsfeier über die Versammlungen und Feste der Vereine bis zum Gottesdienst – unser Haus der Begegnung ist Kudens Mittelpunkt“, sagt auch Bürgermeister Klaus-Dieter Gäthje, dessen Gemeinderat dort regelmässig tagt.

Wie die im April 1991 gedruckte Ortschronik vermittelt gab es seit 1749 Unterricht für Kudens Kinder, zunächst in privaten Räumen und nur im Winter, denn im Sommer mussten die Kinder auf dem Feld helfen. Doch Kuden wuchs und gedieh. Unter Kaiser Wilhlem II war da die eigene Dorfschule irgendwann einfach fällig. 1912 begann man dann mit dem Bau. Als nach dem Zweiten Weltkrieg Flüchtlinge aus dem Osten die Einwohnerzahl auf fast 1000 ansteigen ließen, zählte man 1948 mit rund 230 Kindern so viele Schüler wie nie zuvor und nie wieder danach in Kudens Dorfschule. 1969 war dann Schluss, nur noch 45 Kinder besuchten die Schule. Fünf Jahre stand das Gebäude danach leer, dann startete der SV Kuden seine Spielstunde, die 2014 ihr 40. Bestehen feiert. Parallel dazu feiert Inke Arbeiter Jubiläum: 25 Jahre ist sie Leiterin der mit 18 Kindern komplett ausgebuchten Spielstunde. Im Rahmen dieser festlichen Anlässe soll 2014 auch das Schuljubiläum gefeiert werden.

1989 startete Kuden mit seiner Dorferneuerung. Da gab es ordentlich Zuschüsse. Der Gedenkstein an der Hauptstraße neben der ehemaligen Telefonzelle zeugt davon. „Dorferneuerung 1989 bis 1992“ steht darauf. Der damalige Bürgermeister Hans-Werner Claußen (1974-2003) nutzte die Dorferneuerung für den Umbau der alten Dorfschule zu einem modernen Dorfgemeinschaftshaus. Mit „Haus der Begegnung“ war schnell ein treffender Name gefunden. Knapp eine Million Mark kostete der Umbau. Aus der Schule wurde ein lebendiges Multifunktionsgebäude.

Rechts ins Obergeschoss zog umgehend die Schützensparte des SV Kuden ein. Denn durch den Brand des Dorfgasthofs in der Hauptstraße waren sie heimatlos geworden. Im linken Gebäudeflügel fand die Spielstunde ihre alte Heimat in nagelneuem Gewand vor. Den Kern des Hauses bildet der große Festsaal, der dank Trennwand zudem in seiner Größe variierbar ist. Bis zu 120 Menschen können dort feiern.

Die Bühne erlebte inzwischen etliche Premieren der Kudener Theatergruppe, das Tanzparkett so manchen fröhlichen Ball. Die voll ausgestattete Küche sorgt für eine optimale Bewirtung. „Da braucht keiner sein Geschirr mitbringen“, weiß Gäthje. Seit 2012 gibt es zudem einen Beamer. 2009 bezog Kudens Jugend eigene Räume im Obergeschoss links. 30 000 Euro investierte das Dorf in sein Jugendzentrum.

„Nur Kudener können das Haus der Begegnung zum Feiern mieten und nutzen“, betont Gäthje. Im Durchschnitt kommt das 30 Mal im Jahr vor. Doch mit all den Vereinsfesten, Versammlungen und Seniorennachmittagen ist eigentlich immer was los im Haus der Begegnung.

„Die Wärmedämmung ist auf dem neuesten Stand“, zeigt sich Gäthje mit dem tadellosen Bauzustand der alten Schule auch nach 100 Jahren zufrieden. So werden Kudens Einwohner wohl auch in Zukunft dort einander begegnen und miteinander feiern.

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