Pendler im Portrait : Von der Bahn direkt in den Flieger

Jochen Bucher arbeitet bei Airbus in Hamburg.
Jochen Bucher arbeitet bei Airbus in Hamburg.

Jochen Bucher fährt täglich mit der bahn nach Hamburg zur Arbeit.

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26. März 2014, 05:00 Uhr

Viele Menschen fahren mit der Bahn zur Arbeit. Wir stellen in einer Serie

Pendler vor. Heute: Jochen Bucher

Diplom-Wirtschaftsingenieur Jochen Bucher (49) ist bei Airbus in Hamburg im Einkauf, Bereich Lieferantenentwicklung, tätig. Auf seinem täglichen, knapp 60 Kilometer langen Weg zur Arbeit nutzt der Glückstädter gerne die Nord-Ostsee-Bahn. „Sie ist schnell, zuverlässig und bequem.“ Es ärgert ihn, dass geplant ist, die Halte der NOB in Glückstadt zu streichen. Weil die Marschenbahn schneller fährt als die Regionalbahn, hat er so noch Zeit für seine Familie und seine Hobbys.

Jochen Bucher hat – bis auf eine Unterbrechung für sein Studium in München – fast immer in Glückstadt gewohnt. Während sein Sohn schon studiert, macht die Tochter nächstes Jahr Abitur. Bucher engagiert sich seit vielen Jahren im Old Table, der Nachfolgegeneration des Round Tables. „Wir treffen uns alle 14 Tage, planen soziale Projekte und richten zwei Mal im Jahr gemeinsam Wohltätigkeitskonzerte aus.“ Zudem ist er im „Swim Team Elmshorn“ sportlich aktiv. Auf dem Weg nach Hause steigt er in Elmshorn aus dem Zug aus, geht schwimmen und fährt dann mit dem nächsten Zug weiter nach Hause. Zudem ist er Segelflieger.

Die Zeit, in der er tagsüber unterwegs ist, ist mit Ehefrau Maike „familiär abgestimmt“. Noch länger will er deshalb nicht von zu Hause weg sein. Doch genau das würde passieren, wenn die Bahn-Pläne Realität würden, weiß er. Seit 2003 arbeitet er in Hamburg und nutzt dabei alle Verkehrsmittel. „Ich gehe zu Fuß zur Bahn, fahre dann mit Bus und Fähre weiter, um schließlich an meinem Arbeitsplatz Flugzeuge zu bauen.“

Morgens fährt der Ingenieur um 5.50 Uhr mit der NOB los. „Das ist super getaktet. Wenn ich in Altona ankomme, stehen dort schon Busse zum Fähranleger Teufelsbrück, wo wiederum die Fähren warten, die die Mitarbeiter taktlos über die Elbe zum Airbus-Werk bringen.“ Bis zum Büro in Finkenwerder braucht er so nicht mehr als eine Stunde. „Mit dem Auto ist das viel stressiger und nicht zu schaffen. Da stehe ich um diese Zeit spätestens in Tornesch im Stau. Ich müsste schon weit vor 6 Uhr losfahren, um das zu vermeiden.“

Auch beim Auslandsaufenthalt kommt ihm der NOB-Fahrplan entgegen. „Wir haben einen Flug-Charter auf dem Gelände mit einem Shuttle-Service nach Toulouse.“ Wenn er um 4.59 Uhr die erste Bahn nimmt, sitzt er um 7 Uhr im Flieger Richtung Frankreich und ist um 9.20 in Toulouse.

Umwege, Verzögerungen, mehr Haltepunkte, mehr Zeit auf der Strecke – das wären für ihn die Folgen der geplanten Fahrplanänderung. Sollte er in Hamburg statt in Altona am Hauptbahnhof ankommen, gäbe es für ihn keinen Busanschluss mehr. „Ich müsste mit der S-Bahn nach Altona zurück fahren. Das würde eine halbe Stunde länger dauern.“ Zwei seiner Kollegen haben deshalb schon Konsequenzen gezogen. Sie sind nach Elmshorn umgezogen. „Das würde ich selber aber auf alle Fälle versuchen zu vermeiden. Dazu wohne ich viel zu gerne in Glückstadt.“

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