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Besuch aus polen : Von den Erfahrungen der Nachbarn profitieren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Polnische Delegation aus dem Kreis Elbing zu Gast bei der Akademie für Gesundheit und Soziales. Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen beider Kreise geplant.

Finden junge Menschen in Polen leichter eine Ausbildung im Gesundheitssektor als in Deutschland? Kämpft man auch im Nachbarland mit Fachkräftemangel? Und welche Voraussetzungen müssen Anwärter erfüllen? Über diese und andere Fragen rund um das Thema Gesundheits- und Sozialberufe diskutierte die polnische Delegation des Partnerkreises Elbing bei einem Besuch an der Akademie für Gesundheit und Soziales (AGS).

Im Rahmen des diesjährigen Austausches, der unter dem Motto „Internationale Kooperation der beruflichen Bildung“ stand, tauschten die polnischen Gäste – darunter zwei Vertreterinnen von Schulausschuss und Hochschule, Dorota Wasik und Aneta Mieczkowska – sich mit den deutschen „Kollegen“ von der AGS aus. Dabei kamen sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern zutage. Genau wie in Deutschland kämpfe Polen beispielsweise mit dem Fachkräftemangel, der durch das Abwandern der Einwohner in westliche Länder noch verstärkt werde. „Die Jobchancen und die Bezahlung sind einfach zu schlecht, deshalb gehen die Menschen zum Arbeiten nach Deutschland“, erklärte Aneta Mieczkowska, Dekanin für den Bereich Gesundheit an der Elbinger Humanistisch-Ökonomischen Hochschule. An Ausbildungsplätzen mangele es hingegen nicht – „eine Stelle findet hier jeder.“

Wer eine Ausbildung beginnt, müsse jedoch bestimmte Kriterien erfüllen. Während in Deutschland in den meisten Pflege- und Gesundheitsberufen nur ein Realschulabschluss gefordert wird, müssen Bewerber in Polen Abitur nachweisen können. Ein gute Vorbildung sei vor allem deshalb wichtig, weil die späteren Anforderungen – zum Beispiel im Fach Anatomie – sehr hoch seien. Zudem mache auch Polen der demografische Wandel zu schaffen – die Bevölkerung werde immer älter, doch es fehlten die Fachkräfte.

Nach der Gesprächsrunde versprachen die polnischen Gäste, die gesammelten Ideen auch in die heimische Verwaltung weiterzutragen. Vor allem der Vorschlag, Projekte mit Hilfe von EU-Mitteln zu finanzieren, wie es im Kreis Steinburg längst gemacht wird, hatte es den beiden Damen angetan. „Das könnten wir bei uns in Polen auch machen“, so Schulleiterin und Mitglied des Sozial- und Kulturausschusses Dorota Wasik.

„Wir haben viel voneinander lernen können“, zog auch AGS-Leiter Martin Eck nach dem Besuch der polnischen Gäste Bilanz. Für die Zukunft seien weitere gemeinsame Projekte geplant, zum Beispiel ein Austausch zwischen Schülern und Lehrern der beiden Gesundheits-Einrichtungen in Elbing und Itzehoe.

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erstellt am 25.Okt.2013 | 05:00 Uhr

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