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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 21:24 Uhr

Bahn : Vom Kindheitstraum zum Experten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lutz Thieme engagiert sich für die Stadt Glückstadt und den Verein Marschbahn. Vorbereitungen für Jubiläumsjahr 2017 laufen.

Der Mensch dahinter: Zahlreiche Glückstädter wollen sich für die 400-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 2017 engagieren. Heute stellen wir vor: Lutz Thieme

Lutz Thieme (73) hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt. Sein ganzes Leben lang gab es nichts Schöneres, als sich mit der Eisenbahn zu befassen – beruflich wie auch privat. Zurzeit ist er für die Stadt Glückstadt der Experte, wenn es um Bahnfragen geht. Auch kämpft er für den Erhalt der Bahnstopps in der Elbestadt. Zudem ist er im bundesweit agierenden Fahrgastverband „Pro Bahn“ aktiv.

Der Ingenieur für Verkehrswesens begann seine Laufbahn in Leipzig während der Ausbildung unter anderem im Stellwerksdienst und als Bahnsteigaufsicht. Nach Abschluss des Studiums war er Verkehrsleiter des Leipziger Hauptbahnhofs. 1970 ging er nach Berlin, wo er in einer zentralen Dienststelle der Deutschen Reichsbahn für Investitionsgrundsätze zuständig war. Nach der Wiedervereinigung bis zur Vereinigung der beiden deutschen Bahnen war Lutz Thieme für den Regionalverkehr der Deutschen Reichsbahn zuständig. Danach bekam er den Auftrag, die Anforderungen des Nahverkehrs an die Infrastruktur der Deutschen Bahn AG in Ost und West durchzusetzen. 1996 trat Lutz Thieme in den Vorruhestand und zog nach Glückstadt. Trotzdem ist er der Eisenbahn durch Mitarbeit in mehreren Vereinen treu geblieben.

Im Juli 2007 trat Lutz Thieme in den Verein „Freunde der Marschbahn Glückstadt/BSW e.V.“ ein. Der Hauptzweck ist es, die historischen Schienenfahrzeuge zu erhalten. Der Verein sammelt Material zur Geschichte der Eisenbahn, insbesondere zur Marschbahn, und präsentiert davon ausgewählte Exponate bei Ausstellungen. Die Marschbahn existiert bereits seit 168 Jahren. Seit 2009 wird regelmäßig zum „Glückstädter Kulturmärz“ die Schatzkiste des Vereins für Touristen und Interessierte geöffnet. Erstmalig in diesem Jahr beteiligte sich der Verein indirekt an der „Kulturnacht“: Mitglieder hatten einen Güterwagen leergeräumt und ihn als Theaterspielstätte zur Verfügung gestellt – der Andrang war sehr groß, denn der Güterwagen hatte nur 25 Sitzmöglichkeiten.

Auf dem Betriebsgelände der Glückstädter Werkstätten steht ein als Speisewagen umfunktionierter Bauzugwagen, in dem an Wochenenden auch die Bevölkerung sich in der Kaffee- oder Teestube treffen kann. Vor diesem Wagen steht eine Dieselkleinlok, die der Marschbahnverein den Glückstädter Werkstätten geliehen hat.

Zu den jährlichen „Glückstädter Matjeswochen“ lädt der Verein zu Fahrten mit der Handhebeldraisine auf den Resten der Glückstädter Hafenbahn ein.

Bis 2003 war der ganze Stolz des Vereins eine Dampflok, die allerdings nach Schließung des DB-Ausbesserungswerkes Glückstadt vom Museum der Deutschen Bahn AG wieder abgezogen wurde. Eine Fahrt mit einer historischen Dampflok soll die Attraktionen werden, die der Marschbahnverein versuchen wird, zur 400-Jahr-Feier der Stadt Glückstadt zu organisieren. Sie soll zu einem besonderen Erlebnis für Touristen, Besucher und die Einwohner Glückstadts werden.

Lutz Thieme sagt: „Wir müssen die Historie von Glückstadt, dem Königstraum an der Elbe, auch für die nächsten Generationen präsent halten.“ Er wünscht sich für den Verein Nachwuchs, damit Glückstadt weiterhin die historischen Eisenbahnfahrzeuge als touristische Attraktion zur Schau stellen kann. Darüber hinaus sucht er zusätzliche Sponsoren, damit im nächsten Jahr für die durch den Verein gepflegte historische Diesellok V 20 036 (kl. Foto) eine wetterfeste Unterstellmöglichkeit gebaut werden kann.

Lutz Thieme ist außerdem Mitglied in der Freizeitgruppe „Museumsstellwerk Gs Glückstadt“ des Bahn-Sozialwerkes.

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