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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 08:02 Uhr

Naturschutz : Vom Bodensee aufs Nordsee-Eiland

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vogelwart Marco Maier ist seit gestern auf der Vogelschutzinsel Trischen im Dithmarscher Wattenmeer.

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 07:07 Uhr

Mit zweiwöchiger, Verspätung hat Marco Maier die kleine Vogelschutzinsel Trischen im Wattenmeer vor Friedrichskoog erreicht. Der 26-Jährige wird dort für rund sieben Monate als NABU-Naturschutzwart arbeiten. Die Überfahrt nach Trischen war eigentlich für den 15. März angesetzt, musste allerdings aus logistischen Gründen verschoben werden. Am Dienstag kam Maier an, seit gestern arbeitet er dort.

Obwohl er in Lindau am Bodensee aufwuchs und dort 2009 sein Abitur machte, ist die Nordsee kein Neuland für den 26-Jährigen. Schon sein Zivildienst führte ihn an die Westküste, ins NABU-Nationalparkhaus „Wattwurm“ im Meldorfer Speicherkoog. Während des Zivildienstes kam er zum ersten Mal mit der Insel Trischen in Kontakt. Das Biologiestudium führte ihn über Gießen nach Helgoland und schließlich nach Hamburg, wo er im Frühjahr seinen Masterabschluss machte.

Trischen gehört seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe und wird von vielen liebevoll als „Perle des Nationalparks“ bezeichnet. Die halbmondförmige, 180 Hektar große Insel liegt vor der Dithmarscher Küste, rund neun Kilometer nördlich der Elbemündung. Getreu dem Motto des Nationalparks „Natur Natur sein lassen“ wird auf Trischen versucht, menschliche Einflüsse weitestgehend auszuschließen. So herrscht auf der Insel absolutes Betretungsverbot außer für den Vogelwart und seinen Versorger, Axel Rohwedder, der einmal die Woche von Friedrichskoog aus die Insel ansteuert und Marco Maier mit Essen, Trinkwasser, Post und Neuigkeiten versorgt.

Da der Hafen Friedrichskoog im vergangenen Jahr geschlossen wurde, hat der Versorger einiges an Mehraufwand und ist vor eine logistische Meisterleistung gestellt. So hat er in diesem Jahr beispielsweise einige Pricken selbst setzen müssen. Nur so kann er den sicheren Weg zur Insel auch bei Hochwasser finden. Sturm und starker Regen machten den Umzug auf die Insel nicht einfach.

Zu tun gibt es bereits viel für den Vogelwart. „Im Moment belegen vor allem Silber- und Heringsmöwen ihre Brutplätze“, berichtet Marco Maier. „Die Ringelgans-Schwärme werden so langsam größer und im direkten Umfeld der Hütte sind Rotschenkel mächtig am Balzen und stecken ihre Brutreviere ab.“

Nach Einbruch der Dunkelheit findet der Biologe Zeit zum Lesen und Briefeschreiben. Außerdem berichtet Marco Maier im Blog www.blogs.nabu.de/trischen über die Geschehnisse auf dem kleinen Eiland.
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