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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 03:16 Uhr

Wirtschaft : Vollgas auf der Datenautobahn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ausbau für schnelles Internet in den 97 Gemeinden geht planmäßig voran

von
erstellt am 27.Jan.2016 | 12:20 Uhr

Es war das Privileg des damaligen Verbandsvorstehers: Henning Ratjen aus Fitzbek hat Ende Oktober 2014 den ersten Glasfaser-Anschluss über den Breitband Zweckverband Steinburg bekommen. Seitdem ist der kreisweite Ausbau deutlich vorangekommen: Mittlerweile gibt es schnelles Internet in sechs Aktionsgebieten mit 48 Gemeinden, in weiteren Kommunen wird gebaut oder vermarktet (siehe Grafik). Ende 2018 will der Zweckverband alle 97 Mitgliedsgemeinden versorgt haben. „Wir sind auf einem guten Weg“, zieht Ernst-Wilhelm Mohrdiek, seit Anfang November Verbandsvorsteher, ein positives Zwischenfazit. Lediglich die Gemeinden um Itzehoe (Anbieter Stadtwerke Itzehoe), Glückstadt (Stadtwerke Glückstadt) und Wacken ( Wilhelm Tel) werden nicht über den Zweckverband versorgt. Ausgetreten ist Kiebitzreihe.

Im Auftrag des Verbandes bauen die Stadtwerke Neumünster seit Mai 2014 das kreisweite Glasfasernetz auf, das sie später auch betreiben werden. 77 Millionen Euro werden nach derzeitigem Stand investiert. Für den Gesamtausbau wird der Kreis in verschiedene Aktionsgebiete unterteilt, in denen mehrere Gemeinden zusammengefasst sind. In den ersten Abschnitten waren vor allem die kleineren, ländlichen Orte mit schlechten oder mäßigen Internetanbindungen an der Reihe. Und der Erfolg gab dem Zweckverband Recht. Gefordert war eine Anschlussquote von 45 Prozent, in den meisten Gemeinden lag diese bisher mit 55 bis 70 Prozent jedoch deutlich darüber. In einigen Kommunen meldeten die Stadtwerke auch 100 Prozent. Das System Steinburg scheint auch in den größeren Orten zu funktionieren. Trotz Konkurrenz der Stadtwerke Barmstedt erreichte kürzlich Horst (5500 Einwohner) die erforderliche Quote an Hausanschlüssen. „Dies war die erste größere Gemeinde, in der wir vermarktet haben“, freut sich Mohrdiek, selbst Bürgermeister in Horst, über den Erfolg.

Doch trotz der bisherigen guten Quoten: Mohrdiek appelliert, nicht im Elan nachzulassen. „Jeder Bürgermeister und Gemeindevertreter ist aufgefordert, weiter Werbung zu machen“, sagt er in Richtung der Orte, die noch angeschlossen werden sollen. Der Zeitraum der Vermarktung sei kurz, hier müsse Vollgas gegeben werden, um die Anschlussquoten zu erfüllen und die Chance auf schnelles Internet zu nutzen. „Der Spirit muss erhalten werden.“ Welches Gebiet als nächstes vermarktet werde, werde aber weiterhin erst sehr kurzfristig bekanntgegeben. Denn man wolle keine Mitbewerber aufmerksam machen, die dann in der Vermarktung vorpreschen.

Der Zweckverband hat sich zwar vorgenommen, alle Haushalte in den Mitgliedsgemeinden anzuschließen, doch einige Außengebiete werden auf der Strecke bleiben. Hier will der Verband noch nachbessern. Für 50  000 Euro wird gerade ein Antrag erarbeitet, um ins Förderprogramm des Bundes zu kommen. „Dann könnten wir in die Lage versetzt werden, einige bisher nicht wirtschaftliche Außengebiete doch noch zu erschließen.“ Allerdings müssten die entsprechenden Gemeinden Zuschüsse geben.

Dass der Zweckverband Steinburg im Land als Modellprojekt gilt und viel Anerkennung erfährt, führt Mohrdiek auf das große Engagement der Ehrenamtlichen und auf die gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken zurück. „Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team.“ Groß sei die Unterstützung auch von Seiten des Kreises, der weiterhin für die Geschäftsführung zuständig ist, und von seinem Vorstand, der seit November wieder komplett ist. Nach dem Rücktritt des Verbandsvorstehers Henning Ratjen im März 2015 hatte Mohrdiek als damaliger Stellvertreter noch auf eine Wahl verzichtet. Da sich jedoch kein anderer Kandidat fand, übernahm der Horster Bürgermeister die Leitung im März kommissarisch. Auch danach blieb die Suche nach einem Bewerber erfolglos, so dass Mohrdiek im November die Führung übernahm, um das Projekt Breitband zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Mit Krempes Bürgermeister Volker Haack gibt es seit November auch wieder einen stellvertretenden Zweckverbands-Vorsitzenden.

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