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Bürgermeisterwahl : Volles Haus: Großes Interesse an Bürgermeisterwahl

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Die fünf Kandidaten stellen sich vor – mit kontroversen Aussagen / Rund 550 Besucher im Theater am Neuendeich und 200 Schüler in der Elbschule informieren sich

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erstellt am 14.Okt.2015 | 16:56 Uhr

Morgens Elbschule, abends Theater am Neuendeich: Die fünf Kandidaten um das Bürgermeisteramt Manja Biel (42 ) aus Henstedt-Ulzburg, Carola Radtke-Niemitz (50) aus Neu-Wulmstorf, sowie die Glückstädter Marian Prill (35), Siegfried Hansen (52) und Stephan Schulz (40) stellten sich gestern Morgen den Fragen von 200 Schülern und standen am Abend vor rund 550 Erwachsenen Rede und Antwort. Es waren so viele Zuhörer im Theater, dass rund 100 stehen mussten. Hans-Werner Speerforck, pensionierter Leitender Verwaltungsbeamter der Wilstermarsch, führte durch den Abend.

Aufgeregt waren am Anfang alle Kandidaten. Sie mussten sich einzeln präsentieren, während die anderen vier draußen warteten. So unterschiedlich waren dann auch ihre zehnminütigen Vorstellungen. Siegfried Hansen war der einzige, der frei redete, alle anderen nahmen Manuskripte oder Spickzettel zu Hilfe. Hansen, promovierter Chemiker und jetzt in der IT-Branche tätig, sprach nur kurz über seinen Lebenslauf und fokussierte sich mehr auf Themen: Arbeitsplätze schaffen, schnelles Internet um Firmen nach Glückstadt zu holen, Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und die Aufwertung von Glückstadt-Nord. Zum Schluss bat er alle Anwesenden, zur Wahl am 8. November zu gehen.

Der zweite, der fast frei redete, war Marian Prill. Der Werbetexter sprach davon, Glückstadt besser zu vermarkten. Er bot sich als „innovative Triebfeder“ an, um Menschen zusammenzuführen.

Carola Radtke-Niemitz konnte nicht am Pult stehen – es war für sie zu hoch eingestellt. Sie betonte ihren qualifizierten Werdegang als Juristin mit zwei Studiengängen, die auch Fördergelder aus Brüssel akquirieren könne. Sie verglich sich mit den Ministern Wolfgang Schäuble und Britta Ernst, die vergleichbare Studiengänge haben wie sie. „Bei mir haben Sie zwei zum Preis von einem.“

Verwaltungsfachfrau Manja Biel betonte: „Glückstadt droht zur Schlafstadt zu werden. Ich will mich für eine lebendige Stadt mit aktiven Bürgern einsetzen.“ Sie wolle gestalten und nicht nur verwalten. „Bürgernähe hat Priorität.“ Zudem wolle sie sich für eine „lebendige Innenstadt“ einsetzen. Und dafür sorgen, dass alle Züge wieder fahren.

Stephan Schulz hielt sich an sein Manuskript, in dem er ausführlich seinen Werdegang bis hin zum heutigen Leitenden Verwaltungsbeamten darlegte. Er stellte klar: „Ein Bürgermeister leitet die Verwaltung und setzt die Beschlüsse der Politik um.“ Er sei kein Stadtmanager, den es mit Jingkai Shi ja schon gäbe, verwies er auf die Aufgabenstellung eines Verwaltungschefs. Seine Anliegen zur Stadt: Eine bessere Verkehrsanbindung, der Elbtunnel und der Bau eines Mehrgenerationenhauses.

Nach der Vorstellungsrunde gingen Fragen die der Moderator stellte, an alle Kandidaten. Die erste zielte allgemein auf Glückstadt ab. Hansen sprach von einem Kleinod, Radtke-Niemitz von einem Kulturdenkmal, Prill von der Docke, Biel von einem Stadtdenkmal, das nicht zum Museum werden dürfe und Schulz mahnte, nicht nur an die Touristen zu denken.

Beim Thema Wirtschaft spracht sich Radtke-Niemitz für den Tourismus „als richtige Antwort“ aus. Prill meinte, erst müssten die Anforderungen klar sein und dafür bedürfe es der Ideen der Bürger. Biel lehnte die Abhängigkeit vom Tourismus ab. Und Schulz sagte: „Tourismus kostet Geld, Nutznießer sind die Gewerbetreibenden.“ Das bringe nicht viel für die Stadt, er würde die großen Firmen fördern. Hansen erklärte, Glückstadt müsse in Bezug auf Arbeitsplätze mehr mit Itzehoe und dem dortigen Innovationszentrum zusammenarbeiten. „Tourismus ist nicht alles, wir müssen zweigleisig fahren.“

Beim Thema Verkehrsanbindung zeigte sich, dass alle Kandidaten den Beitritt zum HVV und langfristig eine halbstündige Bahnanbindung begrüßen. Die Zeit bis dies erreicht sei, will Marian Prill mit einem Pendelbusbetrieb in Richtung Elmshorn überbrücken.

Bei der Frage der Flüchtlingsunterbringung wurde deutlich, dass alle Kandidaten die Stadt auf dem richtigen Weg sehen, was die Betreuung und Integration der dauerhaft in Glückstadt lebenden Menschen. Mehr Skepsis war angesichts der Pläne des Landes, eine Unterkunft in der Kaserne einzurichten, zu spüren. „Vieles ist noch unklar“, betonte Manja Biel. Der Einfluss der Stadtverwaltung sei sehr begrenzt. „Wir sollten die Herausforderung aber positiv angehen, auch wenn wir Befürchtungen haben.“

Bei Redaktionsschluss gegen 22 Uhr wurden noch Fragen der Bürger beantwortet.

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