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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 00:34 Uhr

Volles Haus an der Meldorfer Straße

vom

Eröffnung der SH-Liga-Saison auf der Anlage des Heider SV: Titelfavorit VfB Lübeck nimmt beim souveränen 3:0 die Punkte mit in die Hansestadt

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

HEIDE | Thomas Möller wird sich nach diesem Spiel vor erwünschten wie unerwünschten Ratschlägen möglicherweise nicht retten können. Dem Trainer des Heider SV wird dies egal sein, denn die Defizite seiner Schützlinge während des 0:3 (0:1)-Saisonauftakts in der Schleswig-Holstein-Liga gegen den VfB Lübeck hat er selbst ausgemacht. "Du bekommst gegen eine Mannschaft dieser Klasse nicht viele Chancen. Doch die muss man dann auch reinmachen", lautete seine Analye.

Es waren diese ungleichen Voraussetzungen wie sie bereits beim jüngsten Achtelfinale im Fußball-Landespokal auf der Lohmühle offenkundig wurden. Hier die Grün-Weißen mit der gehobenen spielerischen und läuferischen Qualität eines Regionalligisten, taktisch ungemein diszipliniert und ballsicher. Da der HSV, auch durch die Ausfälle von Sebastian Sältz (Urlaub), Steffen Holm (Meniskus) und Viktor Hardock (Zerrung) im Mittelfeld erkennbar im Nachteil.

Indes: Der gastgebende HSV musste sich in keiner Weise grämen. Er blamierte sich bei Glutofen-Temperaturen nicht und trat (eine weitere Parallele zum Pokalmatch) zunächst respektlos auf. Die Bogenlampe von Tobias Hass nach nur 20 Sekunden - Gäste-Schlussmann Jonas Toboll musste sich langmachen, um den Ball mühevoll zur Ecke zu klären - flösste dem hohen Favoriten Respekt ein. Weitere schnelle Vorstöße von Alex Hardock (26.) und André Ladendorf (39.) deuteten an, dass dem VfB beizukommen war. Doch als auch die vierte nennenswerte Möglichkeit - Nils Lange klärte einen Ladendorf-Kopfball vor Überschreiten der Linie (78.) - nichts Zählbares eintrug, war die Stoßrichtung klar.

"Du hast nur eine Chance, etwas zu holen, wenn der Ball auch mal im Netz zappelt", wiederholte sich Ex Profi Möller, der ansonsten die starke kämpferische Vorstellung seines Personal hervorhob. "Sie haben sich immer wieder in die Schussbahn geworfen, und bis zum Abpfiff ihr Bestes gegeben. In dieser Hinsicht war alles in Ordnung. Im Vergleich zum Pokalspiel haben wir insgesamt weniger zugelassen", lobte der sportliche Leiter die positiven Aspekte.

Dass der Meisterschaftskandidat im Defensivbereich erkennbar Angriffsflächen bot, missfiel dessen Trainer Denny Skwierczynski: "Wir haben keine überragende Leistung gezeigt. Es geht noch besser. Wir müssen im Detail hart an unseren Schwächen arbeiten." Besser gefiel ihm das Spiel nach vorne, wo schlussendlich Mittelstürmer Henrik Sirmais immer wieder für ordentlich Alarm sorgte. Klasse sein Treffer zum 0:1 in der 15. Minute, nachdem Nils Lange Heides Viererkette mit einem cleveren Pass durch die Schnittstelle nass machte.

Nach einer Stunde stellte Mannschaftsführer Moritz Marheineke mit einem für Keeper Mats Hinrichs unhaltbaren 20-Meter-Schuss die Weichen zum Sieg. Wie bereits beim ersten Tor funktionierte die Zentralverrieglung der Platzherren nicht, erneut fühlte sich sowohl für den Vorlagengeber als auch für den Schützen niemand verantwortlich. Hernach dominierte Lübeck gegen nachlassende HSVer noch deutlicher. Ein ums andere Mal stellte jetzt Hinrichs, der den Vorzug gegenüber Sven Schmedemann erhielt, sein Können unter Beweis, ohne jedoch in der letzten Minute das 0:3 verhindern, als sich erneut Sirmais - dieses Mal im Luftduell - durchsetzte.

Etwas mehr als 1000 Zuschauer bildeten im Stadion an der Meldorfer Straße den passenden Rahmen zur rundum gelungenen und mit zahlreichen Aktionen gespickten Saisoneröffnung des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes. Zufrieden zeigte sich auch die mit rund 50 Beamten angerückte Polizei. "Wir konnten vor und im Stadion keinerlei Vorfälle verzeichnen. Wir mussten weder Körperverletzungen noch Sachbeschädigungen aufnehmen. Die VfB-Fans verhielten sich sehr friedlich und kooperativ", bilanzierte Einsatzleiter Hermann Milich. Die mit zahlreichen Fangruppierungen angereisten Hansestädter boten mit Sprechgesängen einen tollen Support.Heider SV: Hinrichs - Quade, Müller, Lafrentz, Kalina - Hardock (57. Steglich), Usadel, Ladendorf - Rohwedder, Hass - Baese (75. Dethlefsen).

VfB Lübeck: Toboll - Kalus, Marheineke, Nogovic, Steinfeldt - Voss, Wehrendt (87. Pauer), Lange - Richter (64. Gottschalk), Senger (85. Arslan) - Sirmais.

Schiedsrichter: Röpke (TSV Altenholz).

Zuschauer: 908 Zahlende, unter ihnen rund 250 Lübecker.

Tore: 0:1 Sirmais (15.), 0:2 Marheineke (60.), 0:3 Sirmais (90.).

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