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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 19:58 Uhr

Volkshochschule vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ehrenamtlich geführte Bildungseinrichtung im Amt Burg-St. Michaelisdonn klagt über fehlende finanzielle Unterstützung

Ganz selbstverständlich erklärten sich der Vorsitzende Hermann Luther und seine Stellvertreterin Sophie Maren Winter auf der Jahresversammlung der Volkshochschule (VHS) Burg-St.  Michaelisdonn im Burger Museumscafé bereit weiter ihre Ämter zu übernehmen – trotz großer Zukunftssorgen, die den Verein belasten. Einstimmig wurden sie, sowie Katharina Mützel von der Versammlung gewählt. Mützel wurde neu gewählt für Beisitzerin Martina Harders, die aus ihrem Amt verabschiedet wurde. Auf der Versammlung stand nun wieder die Frage im Raum: „Ist die VHS am Ende, weil die finanziellen Mittel für den Erhalt ausgehen?“

Schon im vergangenen Jahr gab es viele Diskussionen um die Volkshochschule (wir berichteten). Dem Verein fehlte Geld und gekürzte, zum Teil ganz gestrichene, Zuschüsse von den Gemeinden St. Michaelisdonn und Burg brachten Hermann Luther und Sophie Maren Winter, die die VHS seit Jahren ehrenamtlich leiten, noch mehr in Bedrängnis. Jährliche Zuschüsse gibt es aus Burg in Höhe von 1300 Euro, aus St. Michaelisdonn von 1200 Euro und vom Amt in Höhe von 4800 Euro. Diese Summen reichten bei Weitem nicht um den Betrieb mit seinem vielfältigen Angebot aufrecht zu erhalten, so Winter.

„Auch in diesem Jahr sieht es nicht besser aus. Wir müssten die Programmhefte für das nächste Semester drucken lassen, doch wissen wir nicht, ob wir das finanzieren können. Wenn wir nicht mehr Zuschüsse bekommen müssen wir die VHS schließen“, warnte Sophie Maren Winter als sie den Kassenbericht verlas. Auf rund 8000 Euro bezifferte sie den Kassenstand zum Ende des Abrechnungsjahres. Eine Summe die kaum die Kosten für das geplante Programmheft decke. Das gedruckte Bildungsprogramm sei aber zwingend erforderlich, so Hermann Luther: „Ein Verzicht darauf würde sich auf die Teilnehmerzahlen der Kurse auswirken.“ Weitere Ausgaben sind die Honorare für die Kursleiter. Diese werden allein aus den Beiträgen der 66 Mitglieder, Spenden und eben den gekürzten Zuschüssen der Gemeinden und des Amtes getragen.

„Dem Einsatz von Amtsvorsteher Dieter Gäthje, der Vertreter vom Amt und den Gemeinden mehrfach zu Gesprächsrunden und Sitzungen zum Thema einlud, ist es zu verdanken, dass wir nicht schon im letzten Jahr das Handtuch warfen“, erläuterte Hermann Luther.

Dass nun der Finanzausschuss nicht bereit gewesen sei, der Bitte um einen Zuschuss von 32 Cent pro Amts-Einwohner nachzukommen und weiter bei 30 Cent bleibt, bedauert er. Den Jahresbeitrag von zehn Euro wollen die Vorstandsmitglieder nicht erhöhen. Ebenso sehen sie keine Möglichkeit, die Gebühren für die Kurse anzuheben.

„Das Amt bekommt so viele öffentliche Mittel. Gelder die dann überörtlich in zum Beispiel das Waldschwimmbad, die Sanierung der Bökelnburghalle oder Anschaffungen für den Bauhof gesteckt werden. Ist da nicht wenigstens eine – in dem Fall durchaus geringe Summe – für die Volkshochschule übrig?“, fragte Hermann Luther.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sophie Maren Winter, die die Buchhaltung ebenso macht, wie neue, attraktive Kurse sucht und koordiniert, steht Luther trotz aller Querelen hinter der VHS. Allein die freie Zeit, Urlaubstage die beide für die VHS anstelle von privater Erholung aufwenden, zeige, wie sehr ihnen der Erhalt der Volkshochschule am Herzen liegt.

Amtsvorsteher Dieter Gäthje erklärte, die ehrenamtlich geführte Volkshochschule sei eine Institution, die im kulturellen Bereich anzuordnen sei und somit zwingend erhalten werden müsse.

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