Volksfest rund um den Aniskringel

Willi Lehmann, Chef des Kringelmarktes,spendierte seinen Kindern Jule (4) und Matze (2) eine Fahrt mit dem Karussell, anschließend gab es Aniskringel. Foto: Reimers (2)
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Willi Lehmann, Chef des Kringelmarktes,spendierte seinen Kindern Jule (4) und Matze (2) eine Fahrt mit dem Karussell, anschließend gab es Aniskringel. Foto: Reimers (2)

Herzhorner und zahlreiche Gäste aus dem Umland feierten gestern/ Glücksrad war umlagert/ Kindervergnügen auf dem Karussell

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31. Juli 2012, 08:33 Uhr

Herzhorn | "Der liebe Gott ist aus Herzhorn." Einmal mehr freute sich gestern Willi Lehmann, Veranstalter des Herzhorner Kringelmarktes. "Punkt 14 Uhr war es trocken." Der 43-Jährige war ganz in seinem Element. Für ihn war die Arbeit getan. Am Abend vorher hatte er bereits um 21 Uhr angefangen, die Aniskringel zu backen. Insgesamt hatten acht Leute an drei Tagen rund um die Uhr in der Backstube gestanden, damit genug Kringel verkauft und verdreht werden konnten.

Denn die beiden Glücksräder waren wieder der Hauptanziehungspunkt. Viele Menschen versuchten so an die Leckerei heranzukommen. Wer kein Glück hatte, der konnte sich einen Kringel für zehn Euro kaufen. "Die Preise sind stabil geblieben", sagte Willi Lehmann. Er selbst wolle den Markt genießen und mitfeiern.

"Natürlich sind wir wegen den Kringeln hier", sagte Ingrid Tiele aus Glückstadt. Jedes Jahr komme sie gern zum Kringelmarkt. "Wir haben mit einem Einsatz von zwei Euro zwei Kringel gewonnen", freute sie sich. "Spaß macht hier nur das Wetter nicht."

Für Werner Gosau aus Glückstadt ist der Kringelmarkt jährliche Tradition: "Ich bin jedes Jahr hier. Die Stimmung ist immer toll!", sagte der 79-Jährige. "Anschließend macht unsere ganze Familie samt Freunden einen Kaffeetreff bei meiner Tochter." Sylvia Dürr kam mit ihrer zehn Monate alten Enkelin Kathrin zum Markt. "Ich treffe hier Leute und Bekannte", sagte sie. Das kleine Mädchen auf ihrem Arm machte große Augen, bestaunte die Karussells.

Traditions gemäß am ersten Montag nach Jacobi findet der legendäre Herzhorner Kringelmarkt statt, der eine lange Tradition hat. Vor über 150 Jahren diente er im Ursprung dazu, dass Handwerkern ihre Waren anbieten konnten. Nach alter Überlieferung soll es damals noch zwei Märkte jährlich gegeben haben. Der erste fand am Montag vor Himmelfahrt statt, der zweite am Montag nach Jacobi. Das hatte seinen Grund: Denn die Märkte dienten auch als Heiratsmarkt für Mägde und Knechte.

Auch heute noch wird auf den Kringelmärkten bis spät in die Nacht gefeiert. In diesem Jahr allerdings ohne Musik.

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