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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 13:32 Uhr

Volksbank setzt auf Digitalisierung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Online-Präsenz soll deutlich wachsen – Filialnetz wird ausgedünnt

von
erstellt am 16.Jun.2016 | 05:00 Uhr

Entscheidungen. Jeden Tag sind sie zu treffen, groß und klein. Oft passiert dies unbewusst – das erläuterte Bestseller-Autor Gerd Gigerenzer vor der Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe im Fraunhofer-Institut Isit. Der renommierte Psychologe war als Gastredner mit Bedacht gewählt, denn: „Risiko ist unser Geschäft“, sagte Volksbank-Vorstand Stephan Schack.

Und gewichtige Entscheidungen waren zu treffen. Insgesamt elf Filialen wurden oder werden geschlossen: Oldendorf, Wewelsfleth, Quarnstedt, Reher, Looft, Kaaks, Vaale, Ottenbüttel, Itzehoe-Edendorf, Westermoor und Hennstedt. Der Termin dafür ist der 30. September. 18 Niederlassungen bleiben übrig, in denen die Beratung deutlich mehr Raum bekommen soll, zwischen 8 und 20 Uhr und auch zu Hause beim Kunden. Zudem werde eine zwischen 7 und 21 Uhr telefonisch erreichbare Service-Filiale eingerichtet, sagte Schack. Bis Ende 2018 werde es keine weiteren Schließungen geben – was dann sei, wisse man nicht.

Ein „klarer Schnitt“ also, der notwendig sei, um auf die Veränderungen im Markt zu reagieren und eigenständig zu bleiben. Schack verwies auf mehrere „Megatrends“ von Individualisierung bis Globalisierung, und alle zusammen bildeten sie die Digitalisierung. Der Bankvorstand hielt vor dem vollen Saal sein Smartphone in die Höhe: „Wenn wir da nicht sind, sind wir nicht existent!“ Viele Kunden kämen einfach nicht mehr. Deshalb erklärte die Volksbank die digitale Transformation zur Chefsache und holte mit dem Itzehoer Holger Meyer den früheren Chef von Google Deutschland in die Führungsebene. Die Belegschaft ziehe mit, freute sich Schack: „Es ist schon ein richtiger Ruck durch die Mannschaft gegangen.“

Das Umfeld sei schwierig. Eine Phase niedriger oder womöglich bald auch für Privatkunden negativer Zinsen, deren Wirkung nicht abzusehen sei. Hohe Vergleichbarkeit im digitalisierten Markt, so dass die Margen sinken. Überbordende und für die Genossenschaftsbanken ungerechte Regulatorik. So erreichte das Geldinstitut im Jahr 2015 nicht die Glanzzahlen der Vorjahre, aber „immer noch ein tolles Ergebnis“, so Schack. Die See sei rau, jetzt werde es stürmisch – „aber wir haben auch einen Weg heraus“.

Die Volksbank habe „hervorragend abgeschnitten“ und bewege sich nach wie vor in der Spitzengruppe, lobte Aufsichtsratsvorsitzender Jochen Kitzmann. Er wurde ebenso wieder in das Gremium gewählt wie Jürgen Pauschert. Neu dabei ist Autohaus-Inhaber Dirk Häufle aus Hohenwestedt für das langjährige Mitglied Volker Franzen.

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