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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 09:19 Uhr

Völkerverständigung in Skandinavien

vom

Die Zwillinge Svea und Imke Kutsche werden für elf Monate in Gastfamilien in Schweden und Norwegen leben - Freitag geht es los

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Burg | Wer einander kennt, schlägt einander nicht den Schädel ein. Das ist die simple Logik, die Kriege verhindert. Früher war es die Kriegsgräberfürsorge, die über den Gräbern der Gefallenen der Weltkriege die jungen Menschen Europas zusammenbrachte, heute sind es international tätige Organisationen, wie AFS, der American Field Service. Für elf Monate können Teenager ab 15 Jahren mit dem AFS die weite Welt kennen lernen. Aus Burg gehen vom 16. August an bis zum 28. Juni 2014 die Zwillinge Imke und Svea Kutsche auf Reisen. Ihre jeweilige Gastfamilie hat sich für sie entschieden, weil sie optimal in deren Familienstruktur passen. So sind Enttäuschungen und böse Überraschungen vor Ort nahezu ausgeschlossen.

Die Mädchen folgen mit ihrem Auslandsjahr ihrer Schwester Lena (20), die 2009 ebenfalls unmittelbar nach Beendigung der Realschule für elf Monate in Phoenix/Arizona lebte und heute perfekt Englisch spricht. Ihr Abi hat sie jetzt mit 2,0 abgelegt. ,,Vor allem mein Selbstbewusstsein und meine sozialen Kompetenzen sind durch den USA-Aufenthalt gewachsen", sagt Lena. Sie hat ihre Gastfamilie lieb gewonnen, wie auch umgekehrt: So waren die Swigarts kürzlich zu Besuch in Burg. Völkerverständigung in Vollendung.

Svea und Imke bleiben in Europa. Beide haben grade ihre mittlere Reife mit 1,6 beziehungsweise 1,7 als Notendurchschnitt geschafft. Durch das Auslandsjahr verlieren sie zwar ein Schuljahr in Deutschland, sie müssen die elfte Klasse 2014/15 noch einmal besuchen, auf der anderen Seite aber steht ein enormer Erfahrungsgewinn.

Svea geht nach Karlskrona in Südschweden und wird dort bei einer vor 20 Jahren vor dem Jugoslawienkrieg geflüchteten bosnischen Familie leben. ,,Ich habe dort zwei Gastgeschwister, beides Mädchen, 16 und 20. Mit der 16-jährigen Tina fange ich gemeinsam meine Zeit am Gymnasium in Karlskrona an", sagt Svea. Ihr Gastvater ist Beamter, ihre Gastmutter arbeitet in einem Schwimmclub. ,,Die ganze Familie lebt sehr sportlich und sehr gesund", berichtet Svea, die in einem Vorort von Karlskrona leben wird.

Imke fährt nach Kristiansund/Norwegen, 400 Kilometer nördlich von Bergen gelegen. ,,Kristiansund liegt an der Hurtigroute direkt am Meer auf Inseln und hat 23 000 Einwohner, aber keinen Bahnhof", weiß Imke bereits. Mutter Almut Kutsche (49) sieht den Auslandsaufenthalt ihrer Töchter positiv: "Das ist ein gewonnenes Jahr." Ihre Freundin Janet Svendsen, eine seit über 20 Jahren in Burg beheimatete Norwegerin aus Tromsö, brachte Imke Norwegisch bei.

,,Bei mir leben zwei Mädchen zuhause", erzählt Imke. Ihre Gastmutter ist Mathelehrerin am Gymnasium, das Imke besuchen wird und wo sie gleich in die Unterprima kommt, gemeinsam mit der 18-jährigen Christiane. Die war noch bis vor kurzem mit AFS in Spanien. Ihr Gastvater ist Schiffsingenieur. Auch ihre Gastfamilie ist sehr sportlich. So wird Imke im September einen Zehn-Kilometerlauf in Oslo mitlaufen. Für sie kein großes Problem: Familie Kutsche schwimmt viel. Die Zwillinge sind seit elf Jahren in der Burger DLRG aktiv. Sie haben den Rettungschwimmerschein, sind im Schwimmen Kreismeister einzeln und in der Staffel. Während Svea zudem noch Leichtathletik treibt, spielt Imke leidenschaftlich Fußball beim TSV Buchholz.

Billig ist das Auslandsjahr nicht. 7000 Euro pro Kind kostet es plus Taschengeld. 50 Länder hat der AFS im Programm. ,,Zehn Prozent der Attachés an den deutschen Botschaften waren beim AFS", weiß Lena. ,,So mancher wird sogar Botschafter."

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