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Kasernengelände : Vitanas will auf Kasernenareal bauen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Psychiatrisches Centrum will mit einer Einrichtung nach Glückstadt umziehen. Einkaufszentrum und Wohnbebauung weiter geplant.

von
erstellt am 20.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Einkaufszentrum, Wohnhäuser und eine Eingliederungseinrichtung für Vitanas: Dies sind die Vorhaben, die Jens Lange verwirklichen will. Der Besitzer der ehemaligen Kasernenanlage will die konkreten Pläne für die Vitanas-Einrichtung im nächsten Sozialausschuss am 9. September vorstellen. 80 Männer und Frauen mit psychischen Erkrankungen sollen dort einziehen. Jens Lange und Karl-Heinz Nies, Vitanas Regionalleiter für Integrationszentren, haben die Pläne bereits in der Stadtverwaltung vorgestellt.

Die Vitanas-Gruppe betreibt derzeit das „Psychiatrische Centrum“ in der Engelbrechtschen Wildnis. Dort gibt es 109 vollstationäre Plätze für die Eingliederungshilfe. Das Gebäude, ein ehemaliges Lazarett aus dem Jahr 1938, ist veraltet: „Es ist für die heutigen Anforderungen an eine Wohneinrichtung nicht mehr geeignet“, sagt Heinz-Dieter Nies. Vor allem der Anteil an Zweibettzimmern sei zu hoch. Deshalb sollen 80 neue vollstationäre Wohnheimplätze auf dem ehemaligen Kasernengelände gebaut werden.

„Es findet lediglich eine Verlagerung bereits bestehender Wohnheimplätze statt.“ Der Pflegebereich des Psychiatrischen Centrums verbleibe in der Engelbrechtschen Wildnis und könne nach dem Auszug des Eingliederungsbereiches weiter entwickelt werden. Das Areal sieht Nies deshalb als geeignet an, weil es bisher keine andere Möglichkeit gab, ein entsprechendes großes Grundstück in Glückstadt zu kaufen. Das Kasernengelände würde zudem Einkaufsmöglichkeiten bieten, die in der Engelbrechtschen Wildnis nicht vorhanden seien. „Somit ist eine bessere Integration und damit eine echte Teilhabe möglich.“ Bauherr auf dem Kasernengelände wird Vitanas sein. Offen sei bisher noch, wer als Investor den Bau vorfinanziert.

Für den Kasernenbesitzer Jens Lange geht es mit den Plänen von Vitanas in die konkrete Umsetzung. Wie berichtet, plant er seit längerem ein Einkaufszentrum auf dem Areal. Dies scheitert zurzeit an einem Rechtsstreit. „Da nun erheblich mehr Zeit als geplant vergangen ist, möchten wir so schnell als möglich mit den Bauvorbereitungen beginnen. Änderung des rechtsgültigen Bebauungsplanes sowie die Abrissarbeiten und Erschließungsarbeiten sollten so schnell wie möglich beginnen. Sobald die politischen Beschlüsse ergangen sind, wollen wir mit den Arbeiten beginnen.“

Zum geplanten Einkaufszentrum erklärt der 57-jährige Unternehmer: „Der Baumarkt und die Fachmärkte wurden genehmigt. Der Lebensmitteldiscounter samt Getränkemarkt und Tierfuttermarkt wurden leider abgelehnt. Wir versuchen den laufenden Rechtsstreit – und daraus resultierende Schadensersatzansprüche – außergerichtlich beizulegen. Ich habe daher das Gespräch mit der Politik, der Stadt und den Behörden gesucht.“

Weil er bisher nicht bauen konnte, würde der Gebäudebestand verfallen. Und der Vandalismus würde zunehmen. „Bei der ehemaligen Kaserne handelt sich mittlerweile um einen städtebaulichen Missstand, den es gilt, so schnell wie möglich zu beseitigen.“ Mieter für das Einkaufszentrum gäbe es.

Zudem will der Unternehmer Grundstücke für Einfamilien- und Reihenhäuser anbieten. „Hierbei denken wir vor allem an junge Familien. Aufgrund der geplanten offenen Bauweise gehen wir auch davon aus, dass sich Familien aus Hamburg und dem Hamburger Umland für die Grundstücke interessieren werden.“

Insgesamt könnten bis zu 80 Arbeitsplätze auf dem Gelände geschaffen werden. „Wir gehen davon aus, dass die Bevölkerung sowie Politik und Verwaltung hinter unseren Vorhaben stehen.“ Denn in Bezug auf das geplante Einkaufszentrum habe er Zugeständnisse gemacht. „Wir haben angeboten, bereits genehmigte Flächen für Drogerie, Schuhe, Textilien und Heimdekor als Fachmärkte nicht zu bauen. Im Gegenzug will er einen Lebensmittelmarkt mit vollem Sortiment bauen, einen Baumarkt und einen Discounter. „Derzeit hat die Coop-Gruppe ein starkes Interesse auf dem Kasernengelände einen SKY-Markt zu betreiben. Wir verhandeln jedoch auch noch mit zwei weiteren Handelsketten. Darüber sprechen wir mittlerweile mit Politik und Verwaltung in angenehmer Atmosphäre miteinander.“

Zur Frage nach dem geplanten Einkaufszentrum auf dem Berendsen-Gelände sagt Lange: „Aufgrund der Tatsache, dass die Beschlüsse des Hauptausschusses der Stadt Glückstadt dort keinen Handel mehr zulassen, sollten die Märkte Edeka und Aldi die Möglichkeit erhalten, sich neu zu platzieren. Sie könnten am jetzigen Standort neu und größer bauen. Alternativ müssten die vorhandenen Märkte abgerissen werden und könnten dann auch in der Nähe neu gebaut werden.“ Grundsätzlich möchte er dazu anmerken, dass eine Stadt wie Glückstadt außer einem funktionierenden Zentrum sowohl im Westen als auch im Osten Nebenzentren zur Versorgung bereithalten muss. „Einer Verlagerung von der Christian-IV-Straße auf das Berendsen-Gelände wäre sicherlich nur dann ratsam, wenn die Altgebäude abgerissen werden würden. Im Übrigen erscheint die Lage doch sehr dicht – aber eben nicht direkt genug – am Marktplatz. Daher würde sich eine erhebliche Konkurrenzsituation zur unmittelbaren Innenstadt ergeben. Als Nebenzentrum wäre der Standort zu dicht am Zentrum.“

 

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