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Kreishaus Itzehoe : Visionen von einem „Power-House“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schüler des Berufsbildungszentrums treten in den Wettbewerb um energietechnische Zukunftskonzepte für Kreisgebäude

von
erstellt am 05.Apr.2017 | 17:33 Uhr

Sie arbeiten an einer Vision, wollen aus der Stadtvilla in der Viktoriastraße, die als Sitz der Egeb-Wirtschaftsförderung dient, und dem dahinter liegenden Gesundheitsamt „Power-Häuser“ machen: Schülerinnen und Schüler aus dem Ausbildungsgang „Technische Assistenten für Energietechnik mit dem Profil regenerative Energietechnik und Energiemanagement“ am Regionalen Berufsbildungszentrum Steinburg (RBZ) werden in den nächsten Monaten Konzepte entwickeln, um die kreiseigenen Gebäude energetisch so aufzurüsten, dass sie zu möglichst autark versorgte Objekte werden könnten. Dazu nahmen die Jugendlichen die Gebäude in Augenschein. In Begleitung ihrer Projekt-Lehrer Ulrike Reeschke und Jens Stüdemann, Thomas Schmidt vom Clustermanagement/Regionalentwicklung im Innovationszentrum (Izet) Itzehoe und der Energie- und Klimaschutzbeauftragten des Kreises, Sandra Ludwigh, begutachteten sie Räume mit dem besonderen Blick auf Raum- und Fensterhöhen, Bausubstanz und Energieversorgung.

Die „Visionswerktstatt Power-House 2017“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von RBZ, Innovationszentrum Itzehoe und Unternehmen der Region. Die AC Planergruppe, Prokon, Scheel Haustechnik, Stadtwerke Steinburg, Hans Otte und Vaillant stellen den Schülern des ersten Ausbildungsjahrgangs Mentoren zur Seite, die die Jugendlichen bei ihrer Aufgabe begleiten und unterstützen. Erstmals arbeitet dabei ein Ausbildungsjahrgang an tatsächlich bestehenden Objekten, bislang waren auch die Gebäude fiktiv. Seit 2010 gibt es das Ausbildungsprofil am RBZ, bei dem es keinen festen Praxisanteil gibt. Darum, so Jens Stüdemann, diene die Visionswerkstatt als ein Praktikum. „Durch die Kooperation mit den Unternehmen wird es den Schülern ermöglicht, betriebliche Prozesse zu verstehen und theoretisches Wissen in der wirtschaftlichen Realität zu spiegeln“, so Stüdemann. Bislang erfolgte das mit virtuell ausgedachten Projekten unter vorgegebenen Rahmenbedingungen, wobei immer auch die mögliche Umsetzbarkeit eine Rolle spielt.

Im vergangenen Jahr übrigens mit beachtlichem Erfolg: Das Projekt wurde vom RBZ für den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung eingereicht – und landete unter 140 Schulen unter den Top 20. Das Berufsbildungszentrum erhielt einen Anerkennungspreis von 1000 Euro.

Geld, das in das diesjährige „Power-House“-Projekt fließen wird. Ein Teil stehe den Schülern für Materialkauf zur Verfügung, so Stüdemann. Die Jugendlichen werden in sechs Gruppen unterteilt an die Erarbeitung eines Konzepts gehen und dabei auch untereinander im Wettbewerb stehen. Das beste werde aus einem Teil des Preisgeldes prämiert. Am 28. Juni ist die Ergebnisvorstellung im Izet vorgesehen. Bis dahin befassen sich die Schüler intensiv mit dem Ziel, die Energieunabhängigkeit der Gebäude zu konzipieren und positive Energie-, beziehungsweise CO2-Bilanzen zu erreichen. Dabei geht es um Visionen zu Techniken oder Gebäudekonzepten auf modernstem Stand. Die Ergebnisse präsentieren sie in der Abschlussdarstellung vor einer Jury, bestehend aus Mentoren und Lehrern.

Auf kreative Ideen gespannt ist besonders Sandra Ludwigh. Beim Gebäuderundgang kam die Energie- und Klimaschutzexpertin mit den Schülern über das Thema ins Gespräch. „Wir freuen uns immer, wenn wir Umweltbildung an Schulen unterstützen dürfen“, sagte sie zur Intension, die Kreisgebäude für das Projekt anzubieten. Sie böten interessante Baustile – und stünden nicht unter Denkmalschutz, erschwerten die Projektarbeit also nicht. Den Visionen der Schüler sind also (fast) keine Grenzen gesetzt.

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