Virtuoses Geigenspiel – Unerhört gut

izjmtkaminsky

shz.de von
10. April 2016, 17:57 Uhr

Das Orchester trat in voller Besetzung an. Das war ganz der großen Kunst verpflichtet. Zum Beispiel die zwei Harfen, die für den berührenden Sphärenklang sorgten, den die sechs Schlagwerker dann wieder hinwegfetzten. Geradezu angefeuert von Michel Tilkin steigerten sich die Musiker in eine Ausdrucksbesessenheit hinein. Dem begeisterten Publikum wurde sogar eine Zugabe gewährt. Bei aller zugestandenen orchestralen Kunst: An Ravels "La valse" wurde allerdings auch Kritik laut. Elsbe Junge fehlte nach dem niederwalzenden Schlusspunkt der musikalische "Hinweis auf einen Weg zur Versöhnung". Da dürfte sie die Zugabe mit Melodiosität und Verhaltenheit besänftigt haben.

Maria Azova bestach mit ihrem virtuosen Geigenspiel. Das war nicht nur von technischer Vollkommenheit. Die Künstlerin entwickelte auch Kreativität sowie ein Gespür für den Spannungsbogen, den Saint-Saëns seinen Stücken verleiht. Unerhört gut.

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