Konzert : Virtuoses Beethoven-Erlebnis

Dank für  das besondere  Konzert: Justus Frantz  erhält  Gastgeschenke von Jürgen Böttcher.
Dank für das besondere Konzert: Justus Frantz erhält Gastgeschenke von Jürgen Böttcher.

Justus Frantz begeistert das Publikum in der Glückstädter Stadtkirche mit drei Werken des großen Komponisten.

shz.de von
18. November 2013, 17:00 Uhr

Virtuose und innige Klaviermusik erklang in der Stadtkirche. Der Pianist Justus Frantz gastierte jetzt zum dritten Mal in Glückstadt. Nach den erfolgreichen Mozart- und Chopinkonzerten stand diesmal Ludwig van Beethoven auf dem Programm. Er hatte das erste Werk des Abends einst im Bewusstsein, das Gehör zu verlieren, komponiert.: Justus Frantz eröffnete das Konzert mit der Klaviersonate Nr. 8, genannt „Pathetique“ oder auch Leidenssonate.

Schon die ersten Takte waren von dynamischen Gegensätzen geprägt. Die Tremoli wechselten in die hohe Lage, die linke Hand spielte mit den Basstönen. Der erste Satz endete mit der Wiederholung des Hauptthemas sehr bewegend und lebendig. Der zweite Satz, eine kantable Träumerei mit einer der bekanntesten Melodien Beethovens, brachte in As-Dur eine Tonart, die bei Beethoven oft innige und wärmste Gefühle zum Ausdruck bringt. Justus Frantz gelang es, die nötigen Artikulationen und Klangformungen auszudrücken. Jeder Ton wurde mit viel Hingabe gespielt.

Die folgende Mondscheinsonate, begann dagegen mit einem Adagio und verließ die für herkömmliche Sonatenform typischen Tempi. Bei der Mondscheinsonate steigert sich das Tempo von Satz zu Satz, womit auch die Flüchtigkeit der Zeit zum Ausdruck gebracht werden soll. Die ruhigen Triolen mit dem trompetenähnlichen Ruf – die markanten Elemente des ersten Satzes.

„Schon zu Beethovens Zeiten war die Mondscheinsonate eines seiner populärsten Klavierwerke“, erzählte Justus Frantz. Er unterhielt die vielen Zuhörer nicht nur musikalisch meisterlich, sondern auch mit interessanten Einzelheiten aus Beethovens Biografie. „Die Mondscheinsonate gilt mit ihren formalen Freiheiten und ihrem emotionsbestimmten Stil als Vorläufer der Romantik.“ Die Zuhörer dankten mit reichlich Applaus – und so gab der Künstler schon eine Zugabe vor der Pause. Der „Türkische Marsch“ von Wolfgang Amadeus Mozart erklang in der Stadtkirche Glückstadt.

Während einer kleinen Pause konnten sich die Besucher eine CD mit Autogramm sichern. Ein Dank ging an die Musikschule Glückstadt, die den Bösendorfer-Flügel für das Konzert bereitgestellt hatte.

Als krönende dritte Komposition zelebrierte Frantz auf diesem Flügel die Klaviersonate Nr. 23 in f-Moll, „Appasionata“ genannt. Sie zählt ebenfalls zu den bekanntesten Klavierwerken Beethovens und kam als Inbegriff expressiver solistischer Virtuosität dem hervorragenden Musiker Justus Frantz entgegen. Die Komposition stellte einen Höhepunkt in der Entwicklung des musikalischen Schaffens Beethovens dar. Die makellose Interpretation des dritten Satzes ließ das ungeheure Können von Justus Frantz frei werden. Die Zuhörer, die stehend applaudierten, entließen den Meisterpianisten nicht ohne Zugaben. Zwei Werke von Chopin gab der Künstler zum Besten, bevor er von der Bühne ging.

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