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Von Anja Marschall übersetzt: : Viktorianischer Krimi mit Charme

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Es ist ein Krimi-Klassiker und jetzt neu auf dem Markt: Das Geheimnis der Lady Audley. Das viktorianische Werk der Autorin Mary Elizabeth Braddon hat die Wewelsfletherin Anja Marschall in modernes Deutsch übersetzt.

„Mary Elizabeth Braddon war wahrscheinlich die erste Frau, die viktorianische Bestseller-Krimis geschrieben hat.“ Das hat die Wewelsflether Autorin Anja Marschall fasziniert. Der Braddon-Krimi „Lady Audleys Geheimnis“ erschien 1862 und wurde damals so oft aufgelegt, dass es sensationell war. Der Krimi erfuhr noch einmal einen Höhenflug in den 70er Jahren, damals wurde Lady Audley auch verfilmt. Seitdem geriet es in Vergessenheit, jetzt machte sich Anja Marschall daran, das Buch neu zu bearbeiten und in die aktuelle deutsche Sprache zu übersetzen. „Das Buch hat das Niveau, zu den Krimi-Klassikern zu gehören“, ist die Wewelsfletherin überzeugt. „Ich fand es schade, dass man Mary Elizabeth Braddon vergessen hat.“

Gemeinhin gilt Jane Austen als die typische viktorianische Schriftstellerin, in den Augen der Wewelsfletherin konnte ihr Mary Elizabeth Braddon schriftstellerisch das Wasser reichen. Sie empfindet Braddon auch deswegen als sehr interessant, weil die sich getraut habe, in ihren Werken auch mutige gesellschaftliche Themen anzusprechen: Bigamie, gefallene Mädchen, uneheliche Kinder waren damals Tabu-Themen, die die Schriftstellerin literarisch anging. „Es ist ein moralisches Zeitzeugnis.“ Interessant ist die Autorin aus viktorianischer Zeit auch aus dem Grunde, weil damals Frauen eigentlich nicht arbeiten durften. Mary Elizabeth Braddon gelang es jedoch, durch ihre schriftstellerische Tätigkeit ihre Familie – ein fünfköpfiger Haushalt – standesgemäß zu versorgen. Auch das schon ein Zeichen dafür, wie erfolgreich Braddon seinerzeit war. Zumal sie Kritiker-Lob von bekannten zeitgenössischen Schriftstellern wie William Makepeace Thackeray oder George Bernard Shaw erntete. Und der Erfolg von Braddon habe erst viele Männer auf die Idee gebracht, Krimis zu schreiben.

Den Braddon-Klassiker „Das Geheimnis der Lady Audley “ dem heutigen Krimi-Publikum wieder näher zu bringen, war Intension des Dryas-Verlags, der Anja Marschall mit der modernen Übersetzung beauftragte. Sechs Monate hatte sie dafür Zeit. „Ich habe noch nie eine Übersetzung gemacht“, erzählt sie. Zwar habe sie lange in England gelebt, dennoch sei eine literarische Übersetzung schwer. „Ich habe höchsten Respekt vor Profi-Übersetzern.“ Gelegentlich habe sie auf Kollegen-Hilfe zurückgegriffen. Bei der Überarbeitung des Buches wurden aus 600 rund 300 Seiten. Ihr war es wichtig, bei der Übersetzung den Charme der Sprache und der Zeit beizubehalten, um das viktorianische Ambiente nicht zu verlieren. „Es ist eine elegante Sprache.“

Alles was überflüssig war, wurde rausgestrichen. „Damals gab es die Angewohnheit, sich im Text öfter zu wiederholen, bis zu fünf Mal, um einer Sache eine bestimmte Bedeutung zu geben“, nennt Anja Marschall ein Beispiel. Der Inhalt nimmt übrigens Bezug auf einen tatsächlichen Kriminalfall aus dem Jahr 1860. Ein Londoner Anwalt versucht, den Mord an seinem Freund aufzuklären, doch die wunderschöne Lady Audley will dies mit allen Mitteln verhindern. Schnell wird ihm klar, dass Lady Audley ein dunkles Geheimnis hütet. Um den Mörder seines Freundes finden zu können, muss er es lüften. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen dem jungen Mann und der mysteriösen Frau.

Schon vor Erscheinen des Buches wurde es bereits von Buchhändlern, für die das Werk von literatur-historischem Wert ist, 400 Mal vorbestellt. Jetzt ist es auf dem Markt, kostet 12,95 Euro und kann in allen Buchhandlungen bestellt werden.

Am Mittwoch, 30. Oktober, wird Anja Marschall in Itzehoe im himmel+erde einen Vortrag und eine Lesung über „Das Geheimnis der Lady Audley“ halten, am Freitag, 22. November, ist sie damit um 19 Uhr im Café Uhrendorf in Beidenfleth in der Reihe „Künstler im Gespräch“ zu Gast.

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erstellt am 22.Sep.2013 | 17:15 Uhr

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