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Norddeutsche Rundschau

19. September 2017 | 19:20 Uhr

Hundestaffel : Vierbeinige Retter im Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Übung in der ehemaligen Marinekaserne: Mitglieder der Rettungshundestaffel trainieren die Suche nach Vermissten.

„Such und Hilf“ – wenn Jim Knopf dieses Kommando hört, kennt der Terriermischling nur noch ein Ziel: Möglichst schnell dem Geruch einer vermissten Person zu folgen und sie zu finden. Hat seine feine Nase ihn zum Gesuchten geführt, zeigt er seiner Hundeführerin Stefanie Blöcker den Fundort durch anhaltendes Bellen an, damit sie weitere Rettungsmaßnahmen ergreifen kann.

Jetzt suchten die beiden gemeinsam mit ihren zwei- und vierbeinigen Kameraden von der ASB Rettungshundestaffel Hamburg-Eimsbüttel die ehemalige Kaserne in Glückstadt ab – zu Übungszwecken. „Für uns ist das ein tolles Gelände. Wir können hier in den alten Gebäuden für Trümmersuchen trainieren und draußen das Absuchen von Wohngebieten simulieren“, erklärt Staffelleiterin Kim Gihsa. „Das ist so kombiniert nur selten möglich.“ Deshalb war die Rettungshundestaffel auch in den vergangenen Jahren schon in Glückstadt zu Gast. „Wir unterstützen das gern und es klappt immer alles ganz reibungslos“, sagt Diana Glas-Haße von der Firma Sönke Krey Erdbewegung, auf deren Gelände die Übung stattfand.

Die Rettungshunde des ASB Hamburg sind Teil des Katastrophenschutzes der Hansestadt und werden von Polizei oder Feuerwehr alarmiert, wenn sich zum Beispiel ein Alzheimerpatient verirrt hat oder ein Kind nach der Schule nicht nach Hause kommt. Auch die Suche nach Verschütteten, etwa nach Gasexplosionen, gehört zum Einsatzspektrum der Staffel. Ihr Kerngebiet ist der Nordwesten Hamburgs, aber auch im südlichen Schleswig-Holstein sind die vierbeinigen Retter schon oft im Einsatz gewesen. 18 Hundeführer und Helfer mit 21 Hunden gehören aktuell der Einheit an. Die meisten stammen aus Hamburg und dem Kreis Pinneberg, aber auch aus der Nähe von Glückstadt sind Hundeführer dabei. Alle sind ehrenamtlich für den ASB im Einsatz. Kim Gihsa: „Das funktioniert bei uns eigentlich genau wie bei der Freiwilligen Feuerwehr, nur dass wir auch unsere Hunde mit einbeziehen.“

Bei der Übung wurden alle versteckten Personen zügig gefunden. „Das Gelände ist anspruchsvoll, aber der kräftige Wind hat es den Hunden heute relativ leicht gemacht Witterung aufzunehmen“, berichtet Stefanie Blöcker. Für sie war es keine ganz alltägliche Übung. Die Hundeführerin hat einen besonderen Bezug zu Glückstadt: Am 20. Dezember 2009 fand sie hier mit ihrem Hund einen hilflosen Mann, der bei winterlichen Temperaturen bereits seit Stunden vermisst wurde. „Es war ein ziemlich dramatischer Einsatz, weil es sehr kalt war und wir davon ausgehen mussten, dass der Vermisste in akuter Lebensgefahr schwebt.“ Am Ende konnte dank „Jim Knopf“ Schlimmeres vermieden werden. Stefanie Blöcker: „Ich war sehr erleichtert, als Jim den Mann gefunden hatte und er noch lebte. So etwas vergisst man nicht.“

 

 

Infos über die ASB-Rettungshundestaffel unter www.rettungshunde-eimsbuettel.de

 

 

 

 

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