Verkehr : Vier Millionen Euro für Klappbrücke

Die Störbrücke in Heiligenstedten ist marode – ein Neubau soll die 50 Jahre alte Flussquerung ersetzen.
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Die Störbrücke in Heiligenstedten ist marode – ein Neubau soll die 50 Jahre alte Flussquerung ersetzen.

Land fördert Neubaukosten für Bauwerk in Heiligenstedten. Geplant ist ein zweispuriger Ausbau.

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24. März 2017, 16:57 Uhr

Das Land zeigt sich vor der Wahl großzügig: Kiel fördert den Neubau der Klappbrücke Heiligenstedten mit fast vier Millionen Euro. Das gab gestern Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) bekannt. Darüber hinaus gibt es eine Millionen Euro Fördergelder für die Sanierung von Kreisstraßen. Insgesamt kostet die Störquerung im Verlauf der Kreisstraße 11 etwa 6,7 Millionen Euro. Die Restsumme muss der Kreis Steinburg als Träger des Projekts aufbringen.

„Damit ermöglichen wir dem Kreis nicht nur buchstäblich den lang ersehnten Brückenschlag bei Heiligenstedten, sondern machen das kommunale Straßennetz insgesamt sicherer und leistungsfähiger“, sagte Meyer. Insgesamt wendet das Land nach den Worten von Meyer mehr als 40 Millionen Euro auf, um die Infrastruktur auf kommunaler Ebene in Schuss zu bringen. Insbesondere die Sanierung von Straßen und Brücken stehen im Vordergrund, aber auch die Erhöhung der Sicherheit an Bahnübergängen und der Ausbau von Radwegen sind Teil des Projekts. Die Fördersumme setzt sich dabei aus 37 Millionen Euro Zuweisung durch den Bund und fünf Millionen Euro aus Mitteln des so genannten Finanzausgleichgesetzes (FAG) des Landes zusammen.

Für das Projekt werden zurzeit die weiteren Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben, sagt Bauamtsleiterin Daniela Immich auf Anfrage. Diese Ausschreibung laufe bis August, Anfang 2018 folge dann die Ausschreibung der eigentlichen Bauleistung. 2019 soll der Neubau stehen.

An der 50 Jahre alten Klappbrücke nagt der Zahn der Zeit. Das Bauwerk, 1967 errichtet, erhielt bei einer Brückenprüfung im Jahr 2013 nur die Note drei – kritischer Brückenwerkzustand. Zahlreiche Brückenbauteile weisen Schäden auf. Zum einen an der Konstruktion und zum anderen an der Antriebstechnik. Der Verschleiß dort ist so hoch, dass eine einwandfreie Funktionsfähigkeit der Klappbrücke nicht jederzeit gewährleistet ist. Weiterhin bestehen Mängel an der Steuerung beziehungsweise Sicherheitstechnik. Außerdem kommt es immer wieder zu Verkehrsstaus, da die Brücke nur einspurig befahrbar ist. Fahrzeuge dürfen nur mit zehn Stundenkilometern die Brücke queren, für Fußgänger steht nur ein kleiner Notgehweg zur Verfügung. Durchschnittlich wird die Brücke dreimal pro Tag geöffnet, 6400 Kraftfahrzeuge nutzen täglich die Querung. Der Neubau sieht deshalb auch einen zweispurigen Ausbau sowie einen breiten Gehweg für Fußgänger vor. Dann dürfen Autos die Brücke voraussichtlich auch mit bis zu 50 Stundenkilometern überqueren.

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