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Strassenschäden : Vier Kilometer Katastrophen-Piste

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tempo 30 auf der Landstraße – zwischen Aebtissinwisch und Ecklakerhörn traurige Realität. Die schlimmen Schlaglöcher auf der Landesstraße 137 lassen kaum höhere Geschwindigkeiten zu.

Katastrophale Zustände herrschen auf der Landesstraße 137 im Raum Ecklak. Auf dem gut vier Kilometer langen Abschnitt zwischen Aebtissinwisch und Ecklakerhörn ist die Straße überwiegend nur noch mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern befahrbar. Bodenwellen, Schlaglöcher und umfangreiche Fahrbahnabbrüche an den Seiten machen die Straße seit Jahren zu einer Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. „Für Radfahrer müsste die Straße eigentlich gesperrt werden“, sagt Ecklaks Bürgermeister Heino Evers über die besondere Gefährdung an den Straßenrändern. Dort sind Radler durch die Schlaglöcher besonders sturzgefährdet.

Bei Tempo 30 ist ein Überholen im gesamten Streckenabschnitt kaum möglich. Ein besonderes Kuriosum: Ein Autofahrer hat erst innerhalb der Ortschaft einen Trecker überholen können, weil dort die Ortsgeschwindigkeit von 50 km/h gilt.

Schon vor drei Jahren hatte sich Heino Evers Hilfe suchend an den Steinburger CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp gewandt. Aber auch er konnte bislang nicht helfen. „Vor 2015 wird da nichts passieren können“, hatte Arp ihn damals angesichts der leeren Kassen in Kiel vertröstet. „Ich gehe davon aus, dass auch 2015 nicht gebaut wird“, hat Evers jede Hoffnung aufgegeben.

Innenminister Andreas Breitner hatte er auf einer Veranstaltung des Gemeindetags direkt angesprochen und von ihm erfahren, dass das Land das Budget erhöht habe und die Instandsetzungsmaßnahmen nun nach und nach in der Rangfolge einer Dringlichkeitsliste abgearbeitet würden. Inzwischen aber habe er erfahren, dass die Budgeterhöhung viele andere Maßnahmen betreffe und für den Straßenbau insgesamt sogar weniger Mittel als bisher zur Verfügung stünden.

Die Landesstraße 137 im Raum Ecklak müsse kurzfristig grundlegend neu ausgebaut werden, fordert der Ecklaker Bürgermeister. Flicken allein nütze nichts. Schon jetzt sei die Straße ein reiner Flickenteppich in allen denkbaren Farbschattierungen – je nach Alter der Reparaturen. Und die reparierten Stellen sind mittlerweile wieder aufgerissen und weggebrochen. „Das ist schon bedauerlich“, ärgert sich Heino Evers.

Verkehrsminister Reinhard Meyer hatte in einem Schreiben vom 23. Mai eingeräumt, „dass leider bereits ein Drittel des rund 3600 Kilometer langen Landesstraßennetzes in Schleswig-Holstein dringend sanierungsbedürftig ist“. Trotz eines zusätzlichen „Sondervermögens Verkehrsinfrastruktur“ in Höhe von 38,5 Millionen Euro sei es nicht möglich, alle Landesstraßen in einem verkehrsgerechten Zustand zu halten. Es müsse nach einer klaren Prioritätenreihung vorgegangen werden. Der Minister kündigte aber das Bemühen des Landes an, eine weitere Erhöhung der Erhaltungsmittel für die Landesstraßen zu erreichen, um den Erhaltungsstau im Landesstraßennetz abzubauen.

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