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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 03:21 Uhr

Hafenplanung : Vielzweckhafen in Modulbauweise

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Wirtschaftsraum Brunsbüttel soll an der Elbe ein Vielzweckhafen entstehen. Aber was genau ist das eigentlich?

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 16:59 Uhr

Die Kosten haben sich mehr als verdoppelt. Statt der anfangs geschätzten 30 Millionen Euro sollen in der mittleren Variante III b nun rund 70 Millionen Euro für den so genannten Multi-Purpose-Pier im Wirtschaftsraum Brunsbüttel fällig werden. Das haben beauftragte Ingenieursgemeinschaft und Carsten Salz aus der Baubehörde der Schleusenstadt Freitagnachmittag mitgeteilt (wir berichteten). Aber was ist ein Vielzweckhafen eigentlich? Was soll dort in unmittelbarer Nähe zum Elbehafen der Schramm Group entstehen? Und was könnte der Hafen für die Region bedeuten?

Ein paar dieser Fragen konnten während der Sitzung der Hauptausschüsse der Kreise Steinburg und Dithmarschen sowie der Stadt Brunsbüttel geklärt werden. Harald Peter Hartmann (Büro Böger & Jäckle) und Boris Lass (Merkel Ingenieur Consult) erläuterten das Projekt, die Änderungen und das weitere Vorgehen. „Die Vorplanung ist fertig und umfasst mehrere Aktenordner“, so Boris Lass.

Ursprünglich war eine 600 Meter lange Kaimauer geplant. „Aber das funktioniert nicht“, sagt Hartmann. Inzwischen wurde das Bauwerk auf dem Papier vom Ufer weg in den Elbstrom verlegt. Elbseitig könnte dann ein 420 Meter langer Anleger für Seeschiffe wie Stückgutfrachter und Offshore-Errichter für die Windanlagen auf See entstehen. Zur Uferseite könnten Binnen- und Flussschiffe auf 250 Metern festmachen. Angebunden wird die Pier, die nicht eingespundet, sondern auf Pfählen errichtet würde, mit einer schwerlastfähigen Brücke. Im Modulsystem wäre ein Grundausbau möglich, der später erweitert werden könnte. So sei man flexibel und könne auch nachträglich noch auf besondere Anforderungen reagieren.

Fest steht für die Ingenieurgemeinschaft, dass genaue Planungen erst vorgenommen werden können, wenn fest steht, was wirklich gewünscht wird. Und das könne nur der mögliche Betreiber abschließend entscheiden. „Wir machen keine fertigen Entwürfe, wenn wir nicht wissen, was der Betreiber will“, stellte Hartmann klar. Aus diesem Grund würden bereits neben der weiteren Planung Gespräche mit Interessenten geführt.

Sollten die drei Gebietskörperschaften, Steinburg, Dithmarschen und Brunsbüttel, das Projekt weiter tragen, könnten im Oktober die Planungsunterlagen vorliegen. 2016 wäre das Planfeststellungsverfahren beendet und der Bau könnte beginnen. Die Fertigstellung wäre bei dem vorgestellten Zeitplan 2018. Parallel könnten sich im dortigen Industriegebiet bereits Unternehmen ansiedeln, die den neuen Hafen direkt nutzen könnten. Ein Ausbau der Bundesstraße 5 habe dabei für die Wirtschaft nur eine „untergeordnete Rolle“, berichtete Staatssekretär Dr. Frank Nägele, der bei den Politikern eindringlich für die Fortsetzung des Projekts warb. „Zwingend ist eine gute Schienenanbindung und die Elektrifizierung.“ Dabei werde er auch Frank Schnabel unterstützt. Der Chef von Brunsbüttel Ports kämpfe bereits lange für die Ertüchtigung der Schiene. Auch ein LNG-Anschluss (Flüssiggas) sei unabdingbar für die Attraktivität eines möglichen Elbehafens, erklärte der Staatssekretär.

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