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Wilster : Viele Spender lassen die Auferstehungsglocke wieder klingen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

6000 Euro haben die Erneuerung des Antriebs und des Klöppels gekostet.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 05:00 Uhr

Sie könnte viele Geschichten erzählen, die kleine, in die Jahre gekommene Glocke in der Wilsteraner Friedhofskapelle. 1959 wurde sie gegossen und trägt, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, den Spruch „Ich bin die Auferstehung und das Leben“. Sie schlägt fast nur in schweren Stunden, doch hat sie durch eine Ledermanschette einen weichen zu a-moll tendierenden Klang. Zuletzt benötigte allerdings auch die Auferstehungsglocke selbst einen neuen Antrieb.

Dies war die Erklärung, warum die Kirchengemeinde Wilster um Spenden für die Friedhofsglocke warb. Die für die Erneuerung des Antriebs und des Klöppels veranschlagten Kosten von rund 6000 Euro waren für den Friedhof allerdings ein schier nicht zu stemmender Betrag.

Seit Herbst 2015 wurden viele Einzelspenden und Kollekten gesammelt. Chöre und Instrumentalisten musizierten für den Schlag der Glocke. Es ergaben sich schöne Begegnungen, so wurde Friedhofsverwalterin Beritt Mahrt in Wilster beim Radfahren angehalten und 20 Euro, die jemand schon lange spenden wollte, wanderten in die Spendentasche.

Es konnte schließlich für die Arbeiten eine Fachfirma gefunden werden, die die Ausführung unter dem zunächst veranschlagten Betrag vornehmen konnte. Die gespendete Summe von 4538,77 Euro reichte nunmehr aus, um die Verdrahtung zur Glocke, die Antriebssteuerung und den Glockenklöppel zu erneuern. Die Arbeiten übernahm die Hamburger Fachfirma Iversen-Dimier, deren Mitarbeiter Jürgen Schwarck vor wenigen Monaten bereits die Traditionsglocke am Alten Rathaus wieder zum Bimmeln gebracht hatte.

Der neue Klöppel kommt ohne die alte Ledermanschette aus und wurde mit Bronzepuffern ausgestattet. Zunächst hatte man auf die Bronzepuffer verzichten wollen, weil sie mit dem Hinweis empfohlen wurden, dass diese auch beim Kölner Dom eingesetzt würden. Bei aller Zuneigung zur Auferstehungskapelle schien der Wunsch nach einem Glockenklang wie beim Kölner Dom doch etwas zu abgehoben. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Einbau der Bronzepuffer bei einem Aufpreis von 160,65 Euro wirtschaftlicher war als der regelmäßige Austausch der Ledermanschette.

Die Kirchengemeinde Wilster bedankt sich herzlich bei allen Spendern, die dafür gesorgt haben, dass die kleine Glocke der Auferstehungskapelle weiterhin für die Menschen in der Wilstermarsch läuten wird.

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