Kampagne : Viele Probleme – Frauenhaus hofft auf Politik

Politiker im Frauenhaus: Ilse Küster, Sabine Bahlo, Eva Schön und Heike Siemssen-Bielenberg (li.) vom Frauenhaus begrüßten Ingrid Reichhelm (CDU), Hans-Dieter Helms (SPD), Dr. Kirsten Lutz (DAF), Christine von Bargen, Inken Carstensen-Herold, Petra Bahrow (alle Grüne), Ilona Adamski und Harro Burghold (beide Piraten), Gudrun Prassler (Linke), Erika Weißert und Martin Dethlefsen (beide Bürgerliste).
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Politiker im Frauenhaus: Ilse Küster, Sabine Bahlo, Eva Schön und Heike Siemssen-Bielenberg (li.) vom Frauenhaus begrüßten Ingrid Reichhelm (CDU), Hans-Dieter Helms (SPD), Dr. Kirsten Lutz (DAF), Christine von Bargen, Inken Carstensen-Herold, Petra Bahrow (alle Grüne), Ilona Adamski und Harro Burghold (beide Piraten), Gudrun Prassler (Linke), Erika Weißert und Martin Dethlefsen (beide Bürgerliste).

Barrierefreiheit, Platzmangel: Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Schwere Wege leicht machen“ soll auch die Situation im Frauenhaus Itzehoe verbessert werden.

shz.de von
10. September 2013, 05:00 Uhr

„Warten Sie auf mich? Sind Sie vom Frauenhaus?“ Diese Worte kamen in diesem Fall nicht von einer hilfesuchenden Frau, sondern von mehreren Politikern aus dem Kreisgebiet. Vor dem Itzehoer Bahnhof holten die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses ihre Gäste ab, um ihnen einen Einblick in die sonst anonyme Einrichtung zu ermöglichen.

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Schwere Wege leicht machen!“ soll auch die Situation im Itzehoer Frauenhaus verbessert werden. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, erklärte Eva Schön, Mitarbeiterin der Einrichtung. Vor allem an der Barrierefreiheit müsse gearbeitet werden, denn insbesondere Frauen und Mädchen mit Behinderung seien von Gewalt betroffen, hätten aber kaum Möglichkeiten, in das Frauenhaus zu kommen. Auch in Punkto bedarfsgerechte Ausstattung liege die Einrichtung „weit unter den Standards“, so Schön – von der räumlichen Enge und dem unzureichenden Inventar ganz zu schweigen.

Rund 16 000 bis 20 000 gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder aus allen sozialen Schichten flüchten in Deutschland jährlich in ein Frauenhaus. 18 Plätze zählt das Frauenhaus in Itzehoe. „Wir arbeiten mit hochbelasteten Frauen und Kindern – da ist ein erhöhter Wohlfühlfaktor erforderlich“, betonte Schön.

Der Besuch der politischen Vertreter war geprägt von interessierten Fragen und regen Gesprächen. Schön resümierte: „Wir hoffen nun, dass Taten folgen werden.“

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