zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 07:18 Uhr

Viele Medikamente – viele Gefahren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 01.Nov.2014 | 07:00 Uhr

Draußen wird es dunkler. Manchen schlägt das aufs Gemüt. Hilft jetzt Johanniskraut? Diese Lösung ist beliebt – aber nicht ungefährlich, wenn parallel Medikamente eingenommen werden. Das verdeutlichten Experten bei einer Veranstaltung zum Thema Multimedikation im Kreistagssaal.

„Theoretisch sind wir alle betroffen“, sagte Dr. Claudia Vollmers. Die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes war Ausrichterin, zusammen mit Marita Brunswik (ehrenamtliche Kontaktstelle für Soziale Dienste), Annelie Heydorn (Sozialverband VdK), Günter Seligmann (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) und Sebastian Jahn (Viktoria-Apotheke). Über allem steht für Internist Dr. Klaus Heinrich Heger aus Glückstadt: „Die beste Pille ist keine Pille. Man muss nicht immer alles behandeln.“

Doch oft geht es nicht anders. Wenn aber mehr als fünf Medikamente eingenommen werden, wird es schwierig: Dann seien die Wechselwirkungen fast nicht mehr kalkulierbar. Eine Besonderheit liefert zudem das wachsende Feld der Altersmedizin: Denn zu klären sei, so Heger, was krankheitsbedingte Beeinträchtigung sei und was unerwünschte Nebenwirkung von Medikamenten. In Arbeit sei ein Aktionsplan für mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie. Doch es funktioniere nur in enger Kommunikation mit dem Patienten: „Wir brauchen Sie dazu!“

Das unterstrich auch der Itzehoer Neurologe Dr. Klaus Gehring. Er zeigte auf, wie Arzneien wirken und wie das in teils lebensgefährlicher Form beeinflusst wird – von Johanniskraut, Zigaretten oder Grapefruitsaft. Jede Eigenmedikation müsse mit dem Arzt abgestimmt werden. Noch wichtiger sei die Kommunikation in der Apotheke, sagte Sebastian Jahn. Diese sei das „letzte Netz“, deshalb empfahl er, sich eine feste Apotheke des Vertrauens zu suchen. Besonders warnten die Experten davor, Tabletten zu teilen: Auch dabei sollten die Patienten vorher fragen – immer.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen