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Jugendzentrum Glückstadt : Viele Jugendliche – wenig Personal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach Erkrankung eines Kollegen ist Sara Vogel einzige Vollzeitkraft im Jugendzentrum. Für pädagogische Arbeit bleibt keine Zeit. Ein „Bufdi“ soll Abhilfe schaffen.

Die Tische sind mit bunten Farben verschmiert, drei Mädchen zaubern mit dem Pinsel Kunstwerke auf Papier. Aus dem Raum nebenan dringt laute Musik. Eine Tanzgruppe aus fünf Mädels und drei Jungs übt zu den Klängen aus dem CD-Player. Und noch ein Zimmer weiter ist es ein wenig ruhiger, aber nicht weniger actiongeladen: Zwei junge Männer zocken an der Playstation.

Lebhaft ist das tägliche Treiben im Jugendzentrum. Auf zwei Etagen haben die jungen Leute viel Platz sich auszubreiten. Bei gutem Wetter laden zusätzlich Basketballplatz und Terrasse zum Austoben oder Entspannen ein. Etwa 30 bis 40 Jugendliche sind es, die im Durchschnitt jeden Tag hierher kommen. „Es ist immer was los“, sagt Erzieherin Sara Sunniva Vogel. Allerdings ist sie als einzige Vollzeitkraft im Moment überfordert. Ihr Kollege ist schon seit einigen Monaten für längere Zeit erkrankt. Mit Michael Kroucinna und „Frau Lodin“ (so wird sie hier von allen genannt) stehen ihr immerhin noch eine Teilzeit- und eine Ein-Euro-Kraft zur Seite. „Aber das ist nicht viel“, sagt Sara Vogel. Für pädagogische Arbeit habe sie im Moment überhaupt keine Zeit. „Es fehlt jemand in den Kernzeiten, der kontinuierlich hier ist.“

Abhilfe soll nun ein „Bufdi“ schaffen – oder ausgeschrieben: ein Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes. Seit der Abschaffung des Zivildienstes können sich Jung und Alt im Rahmen dieses Programms für ein Jahr freiwillig engagieren. Vor kurzem beschlossen Haupt- und Sozialausschuss die Beantragung einer solchen Stelle. Mit einer Antwort des zuständigen Amts ist in zwei bis drei Monaten zu rechnen. „Der Bufdi kann alles übernehmen, was nicht zwingend eine pädagogische Fachkraft erledigen muss“, erklärte Bürgermeister Gerhard Blasberg. Insbesondere bei der Aufsicht könne er ihr zur Seite stehen, hofft Sara Vogel.

Das Glückstädter Jugendzentrum in Trägerschaft der Stadt ist die größte Einrichtung dieser Art im Kreis Steinburg. Es ist montags bis donnerstags von 14 bis 20 Uhr, freitags und sonnabends von 14 bis 21 Uhr geöffnet. Neben Kunst- und Tanzraum stehen Fitness-, Chill- und Discoraum den Jugendlichen offen. In der großen Küche wird fast täglich gekocht. „Es geht darum, gemeinsam Spaß zu haben“, sagt Sara Vogel. Herkommen dürfen Kinder ab acht Jahren, nach oben gibt es keine Grenze. Zum Glück zählen auch einige über 18-Jährige zu den regelmäßigen Besuchern, die der Erzieherin bei ihrer Arbeit freiwillig den Rücken stärken.

 

 

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erstellt am 19.Sep.2013 | 17:30 Uhr

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