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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 06:32 Uhr

Viele Ideen, wenig Resonanz von den Bürgern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kaum Itzehoer besuchen Einwohnerversammlung

shz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 07:00 Uhr

Die Themen regen viele Itzehoer auf, bei der Einwohnerversammlung blieb aber ein Großteil der Plätze leer. Nur etwa 70 Zuhörer erschienen Donnerstagabend im Theater, als es um die Entwicklung der Innenstadt, die Nordumgehung und den Radwegeplan ging. Die Politiker blieben fast unter sich, was in der Diskussion auch bemängelt wurde.

Innenstadt-Entwicklung


Marc Springer aus dem Bauamt beschrieb das „schlechte Image der Stadt“ nach der Zuschüttung der Störschleife. Deshalb sei das Projekt Innenstadt „das wichtigste Vorhaben, für das wir intensive Planung betrieben haben.“ Mehr Einzelhandel und Wohnen, ein attraktives Angebot von Gastronomie, Kultur und die Nutzung des öffentlichen Raumes sollen mehr Menschen anlocken. Eine verkürzte Fußgängerzone, die Neugestaltung des Theatervorplatzes und die angedachte neue Störschleife sollen die geeigneten Maßnahmen sein, „für die es einen Grundsatzbeschluss der Ratsversammlung gibt.“

Unterschiedlich fielen die Reaktionen aus: Während eine Zuhörerin die Überarbeitung des Parkraumkonzeptes forderte, legte eine andere mehr Wert auf den öffentlichen Nahverkehr, auf Radwege und fußläufige Erreichbarkeit. Neu-Itzehoerin Alexandra Scholz schlug vor, die Öffnungszeiten zu verlängern. „Wenn ich gegen 18 Uhr nach Hause komme, sind die meisten Geschäfte zu. Da würden längere Öffnungszeiten die Stadt attraktiver für Berufstätige machen.“ Ein weiterer Zuhörer sagte, er habe Itzehoe nie als Einkaufsstadt erlebt. Allein die Erhöhung des Angebotes reiche nicht aus. „Es muss mehr Aufenthaltsqualität erzeugt werden.“ Außerdem müsse eine alternative Regionalentwicklung erwogen werden, so ein anderer. Man solle sich lieber um ein Allgemeinkonzept kümmern, als „viel Geld in einem Leuchtturmprojekt zu versenken“. Lösungen für Fahrrad, Senioren und Familien könnten auch ohne Fördermittel erreicht werden.

Nordumgehung


Über das Thema Nordumgehung informierte Olaf Prüß von der Aktivregion Steinburg. Nach aktuellem Plan soll diese ab spätestens 2030 für weniger Lärm und Abgase in der Stadt sowie eine bessere Erreichbarkeit von Klinikum und Innovationszentrum sorgen. Während ein Anlieger aus der Pünstorfer Straße eine Entlastung für diese „Rennstrecke“ erhofft, zeigte sich Rainer Papke aus Oldendorf überrascht: „Wir haben hier kilometerweit unberührte Natur mit seltenen Tierarten. Das würde alles zerstört werden.“ Man müsse das Image „Stadt im Grünen“ nutzen. Klaudia Bahr kritisierte, am Coriansberg „rauschen täglich mindestens 30 LKW hindurch, die in Itzehoe gar nichts abliefern wollen.“ Um etwas ändern zu können, sei allerdings auch das Mitwirken vieler Bürger nötig. „Deswegen ist es schade, dass bei der Versammlung so wenige Itzehoer waren. So besprachen es wieder die Politiker unter sich.“

Radwegeplan


Diplom-Ingenieur Stefan Luft stellte den Radwegeplan vor. „Wir sind die Stadt der kurzen Wege und könnten 20 Prozent Radverkehrsanteil erzielen.“ Er zeigte sechs mögliche Achsen auf, die alle Stadtteile verbinden sollen, mit einer Hauptachse in Richtung Edendorf. Allerdings müssten noch die unterschiedlichen Interessenslagen zu Fußgängern und Autofahrern zusammengebracht werden.

Die Zuhörer legten bei dem Thema vor allem Wert auf Abstellflächen am Bahnhof und hochwertige Wege. Ein Zuhörer bezeichnete Itzehoe für Radfahrer als „gefährliche Stadt, gelegentlich mörderisch“. Ein Beispiel sei der Kreisverkehr am Adler: „Da könnte mit wenigen Mitteln einiges verbessert werden.“

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