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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 05:46 Uhr

Komödie : Viel Trubel im Männerhort

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Männer auf der Flucht vor shoppenden Frauen – damit unterhält eine Flensburger Theatergruppe vier Mal im theater itzehoe.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Was macht der Mann, wenn die Frau dem sonnabendlichen Shoppingwahn frönt? „Ick wull jo nix seggn“, ist die Devise von Software-Entwickler Eroll. Seine Conny stöbert genauso gerne wie die Frauen von Pilot Helmut und Führungskraft Lars im Einkaufscenter ausgiebig zwischen Blusen und Schuhen, Hosen und Handtaschen. Die drei Männer setzen sich regelmäßig ab in ihren Keller, der mit TV, Kunstleder-Sofa und praktischen Bierkisten-Tischen eingerichtet ist. Eines Tages erwischt Martin, Wachmann im Einkaufscenter, die drei und droht mit Schließung. Doch auch seine Martina gehört zu den Shopping-Queens, und so wird aus dem Trio schnell ein Quartett. Denn: Wenn Fruns kieken, wo dat nix to kieken gift, denn kiekt se blots so – und das dauert.

Es kommt zum Supergau: Lars fliegt zu Hause bei Anne raus, Martin bei Martina, Helmut hat schon lange keinen Job mehr und lebt im Keller, hat den Männern nur nichts erzählt, und auch Eroll und Conny steuern auf den Abgrund zu, wissen es nur noch nicht. Noch glauben die Herren: „Keen Fru, keen Krakeel“, gesungen nach Bob Marleys „No Woman, No Cry“.

Das Stück wurde in Hochdeutsch von Kristof Magnusson geschrieben und durch einen privaten Kontakt von Arne Christophersen (in der Rolle des Lars) ins Plattdeutsche übersetzt. Unter dem Titel „Männerhort – Een Platz für Keerls“ präsentierte die Broschmann und Finke Theater Company aus Flensburg das Stück auf Einladung der Itzehoer Speeldeel bei vier Vorstellungen im theater itzehoe.

Während in den kurzen Umbaupausen Männerversteher-Songs vom Band unterhalten, versucht Helmut auf der Bühne, seine Kumpels zu Frauenverstehern zu machen. Er stellt fest:
„Wi Keerls hem Hobbys, de Fruns een Binnenleben.“ Kurz bevor „wedder all’ns Lambada is“, nimmt das Stück eine andere Wende. Die Lage spitzt sich zu, als herauskommt, dass Lars mit Conny und Eroll mit Anne – und überhaupt wird die Lage immer komplizierter. Aber die Männer wären keine richtigen Männer, wenn sie nicht auch diese Situation in den Griff kriegten. Eine neue Geschäftsidee wird geboren, der Männerkeller zieht in die obere Etage – denn Männer brauchen schließlich einen Raum zum ungeordneten Rückzug, mit Fußball, Autorennen, Bier und Pizza.

Die Schauspieler bekamen Szenenapplaus und anhaltenden Schlussbeifall von Publikum beiderlei Geschlechts, auch wenn die Steinburger sich mit dem „anderen Platt“ etwas schwer taten.

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