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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 09:16 Uhr

Viel Spaß in einer nassen Kulturnacht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Begeisterte Besucher erleben Programm voller Vielfalt in der Innenstadt / Resonanz leidet unter dem Regenwetter

Die wichtigsten Utensilien am Sonnabend: Regenschirm und wasserfeste Jacken. Das Wetter wirkte sich auf den Besuch bei der 12. Itzehoer Kulturnacht aus – aber nicht auf den Spaß.

3200 Bändchen waren im Vorjahr verkauft worden. Dieses Mal waren es rund 2400 – gestern waren noch nicht alle Veranstaltungsstätten ausgewertet. Den Regen und den Eurovision Song Contest im Fernsehen machte Theaterdirektorin Ulrike Schanko als Ursachen aus. Aber Sonnabendmittag seien schon 1200 Bändchen im Vorverkauf abgesetzt worden, weitere 1200 Menschen hätten sich also abends noch auf den Weg gemacht: „Da kann man eigentlich unter den Umständen nicht meckern.“

Musik und lustige Unterhaltung dominierten das Programm, nicht selten in Kombination. Zum Beispiel bei „Wolfgang Grieger und die High Nees“, die auch den typischen Ablauf der Kulturnacht erlebten: Die Besucher gaben sich gegenseitig Tipps, und so staunten die Hannoveraner bei dem letzten ihrer vier Auftritte über eine rappelvolle Sparkassen-Filiale am Sandberg.

Im Stör-Carree verband das Duo „Los Dos“ spanischen Witz und norddeutschen Humor. Ihre Inspiration: „Alle klauen aus dem Internet – wir machen das jetzt auch.“ In der Tanzschule Giesen sorgten 117 Tänzer und so viele Besucher, dass einige nicht mehr hineinkamen, für Riesenstimmung. Ebenso wenig Durchkommen herrschte im Café Schwarz, wo die Besucher selbst hinter Pfeilern Platz nahmen, um dem urkomischen Treiben von Puppenflüsterer Benjamin Tomkins zu lauschen. Beim „Duo Voices“ im himmel + erde saßen die Zuhörer auch auf der Treppe.

Unterdessen zog die Band „Elastic Soap Jazz“ musizierend durch die Stadt: „Wir versuchen, den im tristen Regengrau umher laufenden Besuchern die Stimmung zu verbessern“, sagte Trompeter Peter Overbek. Im Holstein-Center schraubte sich Noah Chorny, der Schwerkraft trotzend, eine Stange hinauf, um oben die Toilette zu erreichen. Premiere bei Behrens & Haltermann: Dort trat die Band „Novembergelee“ mit Mutter (Dörte König, Gesang) und Sohn (Niklas König, Gitarre) auf, der für ein verhindertes Bandmitglied eingesprungen war. Im Erdgeschoss kam das Duo „Helmut und Elfriede“ in der Buchhandlung Heymann pantomimisch ganz ohne Worte aus.

Bei Fuhlendorf in der Fußgängerzone war Tanzen mit den „Midniters“ angesagt, ebenso wie den Bands „Falco-Trio“ und „Wonderland“ im Atzehoe. Ruhiger ging es mit „Saimaa“ und Gitarrist Manfred Matulla in St. Laurentii zu – aber voll war es dort auch. Weniger Trubel herrschte teils nur in den Veranstaltungsstätten am Rand des Geschehens.

Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen war begeistert: „Die Kulturnacht ist wieder der Hit. Alle sind superfröhlich und entspannt. Ich bin von keinem der Auftretenden enttäuscht worden.“ Ihre Regenschirme hatten Inga Hennings und Karl Fabian aus Neuenbrook dabei, als sie im Landgericht über die Späße von Andi Steil lachten. Dabei hatten sie sich noch gar nicht richtig erholt, denn: „Der Comedian im Theater, Herr Fröhlich, war spitzenmäßig“, sagte Inga Hennings. „Ich habe jetzt noch Bauchschmerzen vom Lachen.“

Im Theater war es fast jedes Mal voll. Und Direktorin Ulrike Schanko sah auch die gute Seite des geringeren Besuchs: „Viele haben mir gesagt, sie kämen viel entspannter überall hinein.“

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Mehr Bilder von der Kulturnacht finden Sie auf www.shz.de.

 

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erstellt am 11.Mai.2014 | 17:16 Uhr

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