zur Navigation springen

Demonstration : Viel Lärm für den Atomausstieg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Grüne und SPD hatten Sonnabend in Glückstadt zur Demonstration aufgerufen. Auch Robin Wood beteiligte sich an der Aktion.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 04:45 Uhr

Ordentlich Krach schlugen die rund 60 Teilnehmer der Anti-Atomkraft-Demonstration am Sonnabend in Glückstadt. Mit Trillerpfeifen und symbolischen Atommüllfässern machten sie auf ihrem Marsch durch die Innenstadt auf die Situation rund um Atomkraft und Atommüll aufmerksam. Aufgerufen zu der Demonstration hatten die Glückstädter Fraktionen der Grünen und der SPD.

Die Stadtvertreter Michael Kühl (SPD) und Christine Berg (Grüne) hatten die Organisation der Veranstaltung übernommen und begrüßten die Gäste. Auch Bürgervorsteher Paul Roloff zeigte Flagge auf der Demonstration. Eingeladen und gekommen waren darüber hinaus die Kreistagsabgeordneten Heinrich Voss und Christine von Bargen sowie der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Voss. „Toll, das so viele gekommen sind. Die Fahnen, die hier heute hoch gehalten werden, sprechen mir aus dem Herzen“, freute sich Christine Berg. Gemeint waren damit die vielen „Atomkraft? Nein Danke“ Flaggen.

Aber auch andere Statements unterstützten die Veranstalter bei ihrem Anliegen. So waren Mitglieder von „Robin Wood“ aus Hamburg gekommen, um mit ihrem Banner „Atomausstieg sofort!“ die Glückstädter zu unterstützen. Dazu wurde das Banner von einem mutigen Kletterteam sowohl am Hafen als auch am Marktplatz in luftiger Höhe jeweils zwischen zwei Fahnenmasten aufgehängt. Auch aus Brokdorf waren Unterstützer gekommen. Karsten Hinrichsen von der Initiative „Brokdorf Akut“ hielt betonte unter anderem, dass die schlecht gelagerten Atommülls für die heutige und vor allem auch für die kommende Generation große Gefahren bereit hielten. „Die Strahlenbelastung in den Atommüllkavernen ist so hoch, dass ein normal gesunder Mensch nach einem vierstündigen Aufenthalt dort tot ist“. Die Politik gäbe zwar vor, den schnellen Ausstieg aus der Atomenergie zu wollen, ließe das in ihren Taten aber nicht erkennen. So sind nach seinen Angaben beispielsweise die Grenzwerte für Atommülllagerung allein in letzter Zeit zweimal nach oben korrigiert worden, und auch im europäischen Ausland setze sich die Bundesregierung nicht genügend für den Atomkraftausstieg ein. „Wir alle können etwas tun, auch wenn nicht jeder die Zeit hat, sich aktiv zu engagieren. Wir alle können auf die erneuerbaren Energien umsteigen und auch für sie werben.“ Michael Kühl sah vor allem den radioaktiven Müll im Keller des stillgelegten Atommeilers Brunsbüttel als Gefahr an. „Der Atommüll im Kreis Steinburg und in der Umgebung ist letztendlich nicht nur der Atommüll der Betreiber, sondern auch unser Atommüll, mit dem wir Jahrtausende leben müssen.“

Aber auch um die Atommülltransporte, ging es bei der Demonstration. So läuft in Hamburg von Robin Wood gerade eine Kampagne an, die es zum Ziel hat, den Hamburger Hafen für Atommülltransporte zu sperren.

Das letzte Wort hatte der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Voss. „Die Energiewende ist auch zu verantworten durch die, die all die vielen Jahre, die wir uns schon engagieren und kämpfen, nicht aufgegeben haben. Wir brauchen die erneuerbaren Energien!“ In diesem Sinne freute er sich über die große Beteiligung in Glückstadt. Vor allem die Zusammensetzung der Demonstration zeige ihm, dass alle Bevölkerungsschichten ein Interesse am Atomausstieg zu haben scheinen. „Die Teilnehmer gehen hier ja von fünf bis 85 Jahren.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen