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Norddeutsche Rundschau

19. November 2017 | 09:59 Uhr

Umfrage : Viel Kritik: Bürger zur Bahn befragt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gesellschaft für den Nahverkehr spricht von repräsentativer Umfrage. Fahrgastzahlen sollen im Sommer vorliegen.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2015 | 05:30 Uhr

„Die Glückstädterinnen und Glückstädter bewerten das Bahnangebot seit dem 14. Dezember 2014 kritisch“, dass teilt Pressesprecher Dennis Fiedel von der Gesellschaft für den Nahverkehr in Schleswig-Holstein (NAH.SH) mit. Dies sei das Ergebnis einer repräsentativen Telefonbefragung, die das Unternehmen Omnitrend im Auftrag der NAH.SH durchführte.

Fiedel: „Omnitrend hatte hierzu im März 500 Personen ab 14 Jahre in einem rund fünfminütigen Telefoninterview befragt. Dazu wurden zufällig erzeugte Telefonnummern mit Glückstädter Vorwahl angerufen, um auch Haushalte zu erreichen, die nicht im Telefonbuch stehen. Die Vorgehensweise gewährleistete, dass ein repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt befragt wurde.“ Die Ergebnisse der Marktforschung würden in dieser Woche unter www.nah.sh zur Verfügung stehen.

Im Sommer sollen die ersten Fahrgastzahlen von Nordbahn und NOB vorliegen. „Die Zahlen ergänzen die Ergebnisse der Marktforschung und ermöglichen dann vor allem einen präzisen Blick darauf, wie viele Fahrgäste die einzelnen Züge nutzen und ob sich die Nutzung des Bahnverkehrs im Vergleich zum Vorjahr signifikant verändert hat“, sagt Fiedel. „Das Land Schleswig-Holstein hatte im vergangenen Jahr zugesagt, den jetzigen Fahrplan für die Dauer von zwei Jahren zu erhalten und während dieser Zeit zu entscheiden, wie das künftige Angebot dann aussehen soll. Die Daten aus Marktforschung und Fahrgastzählungen sollen dabei Grundlage der Entscheidung sein.“

Die wichtigsten Ergebnisse der Marktforschung: Der Anteil der Glückstädter, die zumindest gelegentlich mit der Bahn nach Hamburg fahren, ist im Vergleich zur Erhebung 2012 deutlich gestiegen. Nur noch 46 Prozent der Befragten gaben an, nie mit dem Zug nach Hamburg zu fahren. 2012 waren das noch 60 Prozent der Befragten. Die Zunahme fand im Segment der Gelegenheitsfahrer statt.

Gleichzeitig gaben knapp 24 Prozent der Glückstädter an, jetzt seltener nach Hamburg zu fahren als vor dem Fahrplanwechsel. Anhand der Fahrgastzahlen ist noch zu bewerten, ob es tatsächlich und in diesem Umfang zu einem Nachfragerückgang kam.

Nur noch 31 Prozent der Zugfahrten nach Süden enden in Hamburg-Altona (2012: 70 Prozent), mehr als 42 Prozent in Hamburg-Hauptbahnhof oder Hamburg-Dammtor. Relativ viele Bahnfahrten enden in Pinneberg (12,4 Prozent) und Elmshorn (11,5 Prozent). Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Fahrgäste von dort mit S-Bahn beziehungsweise Regionalexpress weiter in Richtung Hamburg fährt.

Erstmalig erhoben wurden Fahrten in Richtung Itzehoe. Dort ist die Nutzung erwartungsgemäß etwas geringer. Knapp 70 Prozent der Befragten gaben an, nie mit dem Zug nach Itzehoe zu fahren.

Fiedel: „Dem neuen Bahnangebot gaben die Glückstädterinnen und Glückstädter mit der Schulnote 4 insgesamt eine eher mäßige Note.“ Positiv bewerteten sie allerdings die neuen Fahrzeuge der Nordbahn. Der „Fahrkomfort“ bekam die Durchschnittsnote 2,45.

Bürgermeister Gerhard Blasberg: „Es ist gut, dass die NAH.SH die Befragung gemacht hat. Damit sehen wir etwas klarer, wie die Menschen in Glückstadt tatsächlich auf die Bahn schauen. Jetzt sind wir gespannt auf die Fahrgastzahlen. Uns als Stadt bleibt es wichtig, dass das Bahnangebot für Glückstadt erhalten und ausgebaut wird. Wir wünschen uns dafür auch weiterhin den engen Austausch mit der NAH.SH.“

Glückstadt ist gegenwärtig im Stundentakt mit dem Hamburger Hauptbahnhof verbunden. In der Hauptverkehrszeit bestehen darüber hinaus stündliche Verbindungen mit der Nordbahn nach Hamburg-Altona. Außerdem halten insgesamt sieben Züge der NOB täglich in Glückstadt. Das Land hatte 2014 den ursprünglich vorgesehenen Fahrplan noch einmal nachgebessert und für die zwei Probejahre jeweils 900 000 Euro pro Jahr für die zusätzlichen Züge zur Verfügung gestellt.

Fiedel: „Einige der Ergebnisse können wir erst bewerten, wenn die Fahrgastzahlen vorliegen. Auch die werden wir wieder ganz transparent veröffentlichen. Wir freuen uns über den regen und konstruktiven Austausch mit der Stadt.“

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