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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 15:27 Uhr

Flüchtlinge : Viel Hilfe und viel Zuversicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rund 150 Besucher nutzten die Einwohnerversammlung in Horst, um sich über den aktuellen Sachstand zum Thema Flüchtlinge zu informieren. Eine neue Unterkunft soll schon in vier Monaten fertig sein.

„Ich bin begeistert von der Resonanz für unsere Einwohnerversammlung“, sagte Horsts Bürgermeister Ernst-Wilhelm Mohrdiek. 150 Besucher kamen ins Amtsgebäude, um sich über die Flüchtlingssituation in Horst und die Maßnahmen der Gemeinde und des Amtes zu informieren.

Amtsvorsteher und Bürgermeister Mohrdiek verdeutlichte gleich zu Beginn, wie wichtig und nötig die Hilfe für die Menschen ist. Zurzeit rechne das Amt mit 175 Flüchtlingen,„ aber ich gehe davon aus, dass diese Zahlen kaum zu halten sind“, so Mohrdiek.

Aus diesem Grund habe das Amt Horst-Herzhorn die Erweiterung der bestehenden Schlichtwohnungen am Boyendeich in Horst für weitere zwölf Personen beschlossen. Auch Horst hat entschieden, ein neues Gebäude für rund 50 Flüchtlinge und Asylsuchende zu bauen. Die neue Unterkunft soll in Nachbarschaft der Sportanlagen an der Heisterender Chaussee entstehen. „Hier sind alle Versorgungsleitungen vorhanden und wir können schnell mit dem Bau beginnen.“ Der Bauantrag werde schnell gestellt und man hoffe, dass bei guten Witterungsbedingungen das neue Gebäude bereits in vier Monaten fertig ist. Die geschätzten Baukosten: eine Million Euro. „Durch die Zuwendungen des Landes gehen wir davon aus, dass es ein Nullsummenspiel wird“, so Mohrdiek.

Auch Flüchtlingsbeauftragte Marion Pagel war erschienen, um über die ehrenamtliche Arbeit der vergangenen Monaten zu berichten. „Wir sind zirka 50 Personen, die helfend zur Seite stehen. Ich möchte diese Arbeit nicht mehr missen“, sagte Pagel. Unter anderem wird Hilfe bei Behördengängen und Arztbesuchen, beim Einkaufen und bei der Erklärung von Mülltrennung und Verkehrsregeln gegeben. Auch Familienpatenschaften bestehen. „Das Wichtigste ist aber zu Beginn das Erlernen der deutschen Sprache. Hierfür bieten wir regelmäßige Deutschkurse an“, berichtete die Flüchtlingsbeauftragte. Es gebe selbstverständlich auch Rückschläge, doch mit viel Toleranz und Flexibilität lasse sich die Hilfe gut koordinieren.

Marion Pagel hatte auch zwei syrische Flüchtlinge mitgebracht, die ihr als Dolmetscher bei der Arbeit behilflich sind. Mahmoud Al-Hussein und Jassem Al-Essa berichteten kurz über ihren Einsatz, der sich nicht nur auf Horst beschränkt, sondern auch in Kellinghusen und Itzehoe hilfreich ist.

Pagel sagte weiter, dass Sachspenden jederzeit sehr willkommen sind. Fahrräder oder Fernsehgeräte würden direkt im Amt angenommen und verteilt, Möbel sollten an das Awo-Sozialkaufhaus gegeben werden. „Die Horster Kleiderkammer wurde um einen Raum vergrößert und nimmt auch Spielzeug entgegen“, fügte Ernst-Wilhelm Mohrdiek hinzu.

Auf die Frage aus dem Publikum, was passiere, wenn der Strom der Flüchtlinge weiter anhält und die jetzigen Maßnahmen nicht mehr ausreichen, antwortete der Bürgermeister: „Dann müssen wir neu beratschlagen. Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass wir öffentliche Gebäude wie Sporthallen oder Schulen in Beschlag nehmen müssen, um Hilfesuchende unterzubringen.“

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