zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 18:37 Uhr

Gartentrends : Viel Farbe, viel Blüte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Saison beginnt – und dabei liegen schick und farbenfroh bei vielen Gartenfreunden in Itzehoe und der Umgebung voll im Trend.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 05:18 Uhr

„Der April hat uns zurückgeworfen“, sagt Werner Ahne (68) in seinem Kleingarten in der Anlage Vor dem Delftor. Das Wetter sei zu kalt und nass gewesen, die Erdbeeren vor seiner Laube hätten dran glauben müssen. Der Übeltäter: der Frost. Die meisten Pflanzen in Ahnes Garten haben jedoch überlebt. Teilweise hat er sie zum Schutz sorgsam abgedeckt. Tulpen, Narzissen und Osterglocken blühen bereits. Der Gartenbauverband eröffnete in dieser Woche die Saison für Beet- und Balkonpflanzen und präsentierte die Pflanze des Jahres im Norden: die Nellieke. „Pinkfarbene Blütenpower“ bringe sie mit sich. Viel Farbe, viel Blüte – ein Trend, der sich in Itzehoer Gärten 2017 durchsetzen dürfte.

„Sehr gut verkaufen wir die Dipladenia“, erzählt die Leiterin des Gartencenters beim Itzehoer Hagebaumarkt, Katja Behncke. Sie blühe sehr stark und sei außerdem schneckenresistent – perfekt also für alle Gärten. „Viele Leute haben im letzten Jahr gute Erfahrungen mit der Dipladenia gemacht und kommen nun zu uns und fragen direkt nach ihr“, sagt Behncke. Nur zu kalt mag es die Pflanze nicht. Auch Schneeflocken und Hängepflanzen sind beliebt, weil sie reichhaltig blühen. Für Ahne ist Optik das oberste Kriterium bei der Pflanzenwahl: „Ich pflanze an, was gut aussieht“, sagt er. So hätten es auch Tagetes und Fuchsschwanz in seinen Garten und in sein Gewächshaus geschafft.

Ein weiterer Trend, der sogar Großstädter dazu bringt, kleine Parzellen im Umland zu mieten und Gartenbau zu betreiben: der Selbstanbau von Obst und Gemüse, purer Biokost also. Wie bei Ahne. Ein Drittel seines Gartens muss er zum Anbau von Obst und Gemüse nutzen, das ist Vorschrift. Erbsen, Bohnen, Zwiebeln, Wurzeln, Kartoffeln – „ich pflanze das, was ich selbst gerne esse“, sagt der Kleingärtner, der seine beiden Gärten seit mehr als 30 Jahren betreibt. Der fruchtbare Marschboden spielt ihm dabei in die Karten. Mit der jüngsten Kartoffelernte sei er weit mehr als ein halbes Jahr ausgekommen – und der Geschmack sei mit dem von Supermarkt-Kartoffeln nicht vergleichbar, sondern viel besser.

Ebenfalls beliebt beim Einkauf im Baumarkt sind dekorative Obst- beziehungsweise Holzkisten und Europaletten. „Für die Europaletten gibt es spezielle Polsterungen, die etwa 10 Zentimeter dick sind“, sagt Hagebau-Mitarbeiter Lars Feddrau. So lassen sich relativ einfach Sitzgruppen bauen. Viel gekauft werden auch Komplettgarnituren aus vier Stühlen und einem Esstisch sowie stilvolle Lounges für die Terrasse. Weil es einfach mit dem Gartenschlauch zu reinigen ist, wählen viele Möbel aus Textilene-Gewebe statt Holz oder Metall.

Ahne hofft, dass er seinen Kleingarten noch länger betreiben kann. Er versucht darauf zu achten, nicht zu viele Beete anzulegen – das fortschreitende Alter macht die Arbeit nicht einfacher. Die Anlage Vor dem Delftor gehört zum Kleingärtnerverein Itzehoe und hat mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Nur etwa die Hälfte der Parzellen ist hier belegt. „Früher war ich hier der Jüngste, jetzt bin ich der Älteste“, sagt Ahne. In der Anlage gebe es Multikulti, man verstehe sich gut, aber selten komme ein neuer Pächter hinzu. Wer heutzutage Interesse an einem Garten habe, bevorzuge viel Rasenfläche und große Lauben, in denen man auch wohnen könne. Das ist aber verboten, Laube und Terrasse dürfen nicht größer als 24 Quadratmeter sein, und es müssen genug Beete für Obst und Gemüse bewirtschaftet werden. Das ist viel Arbeit, es sind eben Kleingärten, keine Freizeitgärten. Hinzu kommen jährlich 15 Stunden Gemeinschaftsarbeit. Was Pacht, Gebühren und Wasserkosten angeht, sei eine Parzelle günstig, sagt Ahne.

Auch diesen Sommer wird er seine beiden Gärten bunt blühen lassen und eigene Nahrung anbauen. „Ich mach’ so lange weiter, wie es unsere kleine Anlage gibt“, sagt er.


>Der Kleingärtnerverein ist erreichbar über info@kleingaertnerverein-itzehoe.de. Voraussetzung für die Anmietung einer Parzelle ist ein Wohnsitz in Itzehoe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen