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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 19:36 Uhr

Überwachung : Videokameras gegen Randalierer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach der Sanierung wird das Wilstermarsch-Stadion mit Überwachungsanlagen ausgestattet.

Mit Videokameras an den Sportanlagen beim Schulzentrum soll potenziellen Randalierern von vornherein ein Riegel vorgeschoben werden. Im Vorstand des Schulverbandes Wilstermarsch wurde jetzt einstimmig die Anschaffung von entsprechenden Überwachungsgeräten beschlossen. Damit soll vor allem verhindert werden, dass die derzeit mit großem finanziellen Aufwand betriebene Modernisierung des Wilstermarsch-Stadions allzuschnell wieder zu einem Sanierungsfall wird. Alarmiert waren die Kommunalpolitiker zuletzt durch Zerstörungen von gerade erneuerten Ballfangnetzen am Kleinfeld-Fußballplatz.

Der Beidenflether Bürgermeister Peter Krey äußerte in einer kurzen Diskussion die Überzeugung, dass sich die Ausgaben für die Videokameras schon in kurzer Zeit „zu hundert Prozent amortisieren werden“. Wilsters Bürgermeister Walter Schulz konnte da nur beipflichten: „Bei dem Aufwand, den wir hier betreiben, wäre es natürlich bitter, wenn es schon nach einem Vierteljahr wieder Schäden gibt.“ „Wir sollten da den Zugriff haben und die Kameras an den neuralgischen Punkten installieren“, meinte Peter Krey noch.

In die rund 1,6 Millionen Euro, die jetzt in die umfassende Stadionsanierung gesteckt werden, passen die Videokameras allerdings nicht hinein. Die Förderrichtlinien ließen eine Mitfinanzierung nicht zu. Die Mehrkosten sollen nun aus der Kasse des Schulverbandes bezahlt werden. Damit hatten dann auch die Gemeinden außerhalb von Wilster kein Problem. Schließlich, so hieß es, würden die Sportanlagen zur Hälfte von Schülern der Gemeinschaftsschule genutzt. Und auch in den Vereinen wie MTV Wilster und Alemannia seien Sportler aus der ganzen Region aktiv.

Insgesamt will der Schulverband jetzt außerplanmäßig 55  000 Euro in die Sportanlagen investieren. Mit dem Geld soll auch ein Spezialgerät bezahlt werden, mit dem der neue Kunstrasen fachgerecht gepflegt werden kann. Nach der Anschaffung muss dann allerdings auch die Unterhaltung der Gerätschaften bezahlt werden. „Die Erhebung von Gebühren für die Nutzung der Sportstätten“, so versicherte Bürgermeister Walter Schulz schon einmal vorsorglich, „ist in den städtischen Gremien aber nie ein Thema gewesen.“

Der verstärkte Einsatz von Videoüberwachung könnte auf längere Sicht auch Ausgaben senken. Das jedenfalls lässt sich aus kritischen Anmerkungen herauslesen, die das Gemeindeprüfungsamt des Kreises Steinburg bei einer umfassenden Durchleuchtung der gemeinsamen Verwaltung für Stadt und Amt hinterlassen hat. Die Prüfer monieren, dass die Gebäude-, Inhalts- und Glasversicherung für alle Liegenschaften des Amtes und der Gemeinden stets bei derselben Versicherungsgesellschaft abgeschlossen worden seien. So habe man zuletzt einen entsprechenden Vertrag einfach verlängert, ohne über die eigentlich erforderliche öffentliche Ausschreibung nach günstigeren Tarifen zu forschen. Die Verwaltung begründet dieses Vorgehen unter anderem mit einer sehr hohen Schadensquote an der Gemeinschaftsschule. Nachfragen bei anderen Versicherungen, so hieß es aus dem Amtsgebäude, hätten vor diesem Hintergrund ergeben, dass man kein besseres Angebot erhalten hätte. Deshalb sei auf ein Ausschreibungsverfahren auch gleich verzichtet worden. Laut Amt hätten die Schadenssummen der letzten Jahre die regelmäßigen Versicherungsbeiträge bei weitem überschritten. Mit anderen Worten: Für die Versicherungsgesellschaft war die Wilstermarsch in diesem Bereich ein echtes Zusatzgeschäft. Das Amt kündigt in einer Stellungnahme für die Prüfer an, dass das Thema Ausschreibung wieder auf die Tagesordnung komme, wenn sich die Schadensquote wesentlich gesenkt habe. Der Schulverbandsvorstand nahm Prüfer-Kritik ebenso wie Amts-Stellungnahme per Handheben einstimmig zur Kenntnis.

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erstellt am 15.Jun.2017 | 05:05 Uhr

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