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Wacken Winter Nights : Video: Metal-Fieber im Februar

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Zum ersten Mal finden die Wacken Winter Nights statt. Auch bei Minusgraden übernachten die Metalheads im Zelt.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 19:50 Uhr

Wacken | Dumpfe Bässe wummern, bunte Scheinwerfer blitzen, Köpfe schwingen rhythmisch im Takt aufpeitschender Musik. Dazwischen gellt am Freitag immer wieder ein begeisterter „Waaaaaaacckkeeen“-Schrei durch die Luft - meist begleitet vom „Pommesgabel“-Gruß. „Die Winter Nights sind ein Wacken-Open-Air im Miniformat“, sagt Helge Arens anerkennend.

Der 27-jährige Helge Arens aus Kiel hat sich gegen die bittere Kälte in einen dicken Lodenmantel eingemummelt, auf dem Kopf trägt er einen federgeschmückten Dreispitz. Andere haben sich ein Schaffell über die Schultern geworfen oder suchen Wärme unter dicken Filz-Kutten. Als familiäres Musik- und Kunstfestival haben die Organisatoren die „Wacken Winter Nights“ konzipiert. Neben Straßentheater, Gauklern, Zauberern, Feuerkünstlern und Geschichtenerzählern kommen mehrere Bands mit Mittelalterrock, Symphonic Metal und Mystic Folk. Das kleine Festival sei „so, wie sich der moderne Mensch mittelalterliches Treiben vorstellt“, sagt ein älterer Mann in Mönchskutte. Er macht schnell ein Foto von sich und zwei Gauklern auf Stelzen. Anschließend folgt er dem Duft von Grünkohl und Sauerkraut, der in der Luft hängt, geht vorbei an einem offenen Feuer, über dem sich drei ganze Schweine am Spieß drehen, zum nächsten Stand, an dem knuspriges Brot aus dem Ofen geholt wird.

In der Nähe, beim „Hau den Lukas“, muss ein junger Mann den Spott seiner Freunde ertragen: „Mit Schmackes ausholen reicht nicht, man muss auch treffen“, rufen sie ihm unter lautem Lachen zu. Dann ziehen sie weiter, um selber mit einer Doppelaxt auf einen - aufgemalten - Bären zu werfen oder mit Pfeil und Bogen beziehungsweise Armbrust ein Ziel zu treffen. Und wer zu alldem keine Lust hat, wärmt sich auf beim Poetry Slam oder lauscht einer der Lesungen des Schauspielers Martin Semmelrogge.

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