zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 22:02 Uhr

Zuschuss : VHS vor der Insolvenz gerettet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stadt Itzehoe stopft Finanzlücke und erhöht den Zuschuss dauerhaft.

Die Liquidität ist übersichtlich. Deshalb gerät die Volkshochschule immer wieder in Nöte. Erneut drohte der Bildungseinrichtung die Zahlungsunfähigkeit. Das hat die Stadt verhindert – und in Zukunft soll diese Situation dank eines höheren Zuschusses nicht mehr entstehen.

Gehälter, Honorare, Miete für das Gebäude am Delftor und die Kosten für dessen Bewirtschaftung, all das hätte die VHS Ende November nicht mehr zahlen können. Zum Jahresende wäre der Insolvenzantrag unvermeidlich gewesen. Aber, das unterstrich Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen im Bildungsausschuss: „Das ist nichts, was die Volkshochschule zu verantworten hat.“ Denn diese leiste „sehr, sehr gute Arbeit“, das bestätige das Ergebnis einer Gruppe, die alle Bereiche durchleuchtet habe. Auch Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung, bekräftigte: „Es ist eine der wirtschaftlichsten Volkshochschulen im Land.“ Defizitär sei allein die Musikschule, „aber selbst die ist sehr gut aufgestellt“. Kursgebühren seien erhöht worden, so VHS-Geschäftsführerin Christa-Marie Otte: „Irgendwo ist auch die Grenze für unsere Teilnehmer erreicht.“

16 503 Unterrichtsstunden wurden im vergangenen Jahr gegeben für 6046 Teilnehmer – nicht zu verwechseln mit Besuchern, denn die meisten Teilnehmer waren für die Kurse mehrfach im Haus. Zwei Gründe sind entscheidend für die Finanzprobleme: Angebote im Auftrag des Jobcenters sind vollständig weg gefallen. Die Folge war ein strukturelles Defizit in Höhe von 15 000 Euro, im Vorjahr war es allerdings noch doppelt so hoch. Zweiter Grund: Veranstaltet die VHS Kurse für Bundesdienststellen, beispielsweise Sprachkurse im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, dann wird zeitversetzt gezahlt. 25 000 Euro für einen abgeschlossenen Kurs fließen wegen einer Verwaltungsprüfung sogar erst im kommenden Jahr. „Unsere Bundesbehörden arbeiten manchmal nicht so ganz vorbildlich, wie man sich das wünscht“, sagte Corinna Ahrens-Gravert, Leiterin der VHS. Koeppen fand das Dilemma „höchst bedauerlich und ärgerlich“.

50 000 Euro fehlten für dieses Jahr, dieses Loch hat die Stadt über den Nachtragsetat gestopft. Künftig beträgt der Zuschuss 116 700 Euro, ein Plus von 15 000 Euro. Nur im kommenden Jahr gibt es 25 000 Euro weniger, weil die Bundesmittel erwartet werden. Die VHS brauche Ruhe für ihre gute Arbeit, betonte Arndt. Und sie dürfe nicht jeden Tag damit konfrontiert sein, dass das Geld vielleicht nicht reiche, um die Rechnungen zu zahlen. „Es wäre ein falsches Signal der Stadt, das der VHS aufzubürden.“ Tat sie dann auch nicht.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 19.Nov.2014 | 17:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen