Veteranenfahrt: Rollendes Motorradmuseum durchquert die Marsch

Mittags in Beidenfleth: Die zum Teil mehr als 100 Jahre alten Motorräder verlassen Störfähre Else. Mit dabei: ein Begleitwagen der Marke Packard.
Mittags in Beidenfleth: Die zum Teil mehr als 100 Jahre alten Motorräder verlassen Störfähre Else. Mit dabei: ein Begleitwagen der Marke Packard.

shz.de von
19. Juli 2015, 17:17 Uhr

Die älteste Maschine auf der Teilnehmerliste war eine FN aus belgischer Produktion: Baujahr 1901. Aber auch alle anderen Motorräder hatten mindestens 70 Jahre auf dem Buckel. Gestern sorgte in der Wilstermarsch ein rollendes Motorradmuseum für Aufsehen. Die fast 200 Teilnehmer hatten sich am Sonnabend zur zweitägigen Motorrad Veteranenfahrt zunächst in Kaltenkirchen getroffen. Gestern führte die Ausfahrt dann auch ins Steinburger Kreisgebiet. Zunächst steuerte der von mehreren Begleitfahrzeugen eskortierte Tross Schloss Breitenburg an. Von dort aus ging es weiter über Störfähre Else nach Brokdorf, wo eine kurze Mittagspause eingelegt wurde. Hier sorgten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in der Ortsdurchfahrt für die Verkehrsregelung. In Richtung Glückstadt ging es dann wieder zurück.

Entlang der Strecke bewunderten immer wieder Schaulustige die knatternden Museumsstücke. Tatsächlich war auf der Straße alles vertreten, was in der Motorradgeschichte einen Namen hat – darunter auch längst vergessene Fabrikate. NSU, Zündapp, DKW, Triumph und Peugeot sind auch heute noch ein Begriff. Auch Norton, Indian und Royal Enfield sind wohl noch nicht in Vergessenheit geraten. Aber bei einer Miele auf zwei Rädern wissen Zuschauer jetzt auch, dass diese Firma nicht immer nur Waschmaschinen gebaut hat. Im Mittelpunkt der 9. Internationalen Motorrad-Veteranenfahrt standen in diesem Jahr Maschinen der Marke New Imperial, denen ein besonderes Markentreffen gewidmet war.

Alle hochbetagten Maschinen werden von ihren Besitzern liebevoll gehegt und gepflegt. Entsprechend überschaubar war nach Angaben der Veranstalter auch die Ausfallquote. Am ersten Tag waren sieben Motorräder auf der Strecke geblieben, bis gestern Mittag zwei. Notfalls wurde eben unterwegs mal eine Zündkerze ausgewechselt oder eine verloren gegangene Schraube ersetzt.

Etwas überschattet wurde die Ausfahrt am Sonnabend durch einen Unfall, bei dem sich ein Fahrer ein Bein brach. Er war mit dem Seitenwagen seines Gespanns auf eine Verkehrsinsel geraten und umgekippt. Ansonsten sei alles reibungslos verlaufen. Trotz Regens waren die aus halb Europa angereisten Teilnehmer guter Laune.

Älteste Teilnehmerin war übrigens Jacqueline Bickerstaff. Die Seniorin war aus Daventry in Großbritannien angereist – auf ihrer Triumph Baujahr 1920.

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