Schulen : Vertrag für optimale Bildungschancen

Vertragsabschluss im Magistratszimmer des historischen Rathauses: Die Schulen von Claudia Siebert (Elbschule) und Hartmut Appel (Detlefsengymnasium) werden künftig enger kooperieren.
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Vertragsabschluss im Magistratszimmer des historischen Rathauses: Die Schulen von Claudia Siebert (Elbschule) und Hartmut Appel (Detlefsengymnasium) werden künftig enger kooperieren.

Gymnasium und Gemeinschaftsschule in Glückstadt schließen Kooperationsvertrag. Informationsaustausch soll verbessert werden

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17. Januar 2015, 16:00 Uhr

Die weiterführenden Schulen der Elbestadt arbeiten künftig enger zusammen. Zu diesem Zweck wurde ein Kooperationsvertrag zwischen dem Detlefsengymnasium und der Gemeinschaftsschule geschlossen.

„Wir vertiefen damit eine erfolgreiche und über viele Jahre gewachsene Zusammenarbeit zwischen der früheren Realschule und jetzigen Gemeinschaftsschule und unserer Schule“, sagte der Direktor des Gymnasiums, Hartmut Appel, bei der gemeinsamen Unterzeichnung des Vertrages mit seiner Kollegin von der Elbschule, Claudia Siebert, im Rathaus. Ziel der Vereinbarung ist es, Schülern aus Glückstadt und dem Umland optimale Bildungschancen vor Ort zu bieten und die Wechsel zwischen den Schulen zu erleichtern.

Dafür soll der Austausch zwischen Schulleitungen und Lehrerkollegien verstärkt werden, um beispielsweise Fachanforderungen abzugleichen. Auch gegenseitige Hospitationen im Unterricht sieht die Vereinbarung vor. Die Schüler sollen besser informiert werden. So sind zum Beispiel Probeunterrichtstage für Gemeinschaftsschüler, die mit dem Gedanken spielen Abitur zu machen, geplant. Ebenso sieht die Vereinbarung vor: Die Beratung der Eltern und Schüler der vierten Klassen an den Grundschulen wird künftig gemeinsam und aufeinander abgestimmt vorgenommen. „Wir wollen nicht nur auf dem Papier kooperieren, sondern die Vereinbarungen mit Leben füllen und den Austausch zwischen den Schulen deutlich verstärken“, erklärte Claudia Siebert.

Der große Vorteil aus Sicht der Schulleiter: Sowohl der achtjährige (auf dem Detlefsengymnasium) als auch der neunjährige Weg (Gemeinschaftsschule bis zum Ende der 10. Klasse und dann Wechsel in die 10. des Gymnasiums) zum Abitur sind nun in Glückstadt gesichert möglich. „Es ist wichtig für Eltern und Kinder zu wissen: Wenn ein Schüler – aus welchen Gründen auch immer – das eine Jahr mehr benötigt, kann er trotzdem später auf dem Detlefsengymnasium das Abitur machen“, so Appel. Dies bedeute eine Stärkung für die Gemeinschaftsschule, die sonst leicht als Schule zweiter Klasse wahrgenommen werden könne, weil sie keinen Weg zum Abitur anbiete.

„Die Gemeinschaftsschule ist keine Restschule. Das ist ganz wichtig“, betonte Bürgermeister Gerhard Blasberg, der in seiner Funktion als Chef des Schulverbandes Glückstadt den Vertrag ebenso unterzeichnete wie der stellvertretende Landrat Dr. Heinz Seppmann für den Kreis Steinburg als Träger des Detlefsengymnasiums. Auch Blasberg sieht den Kooperationsvertrag als wichtig für die Gemeinschaftsschule an. Die Vereinbarung stärke den Schulstandort Glückstadt, so der Bürgermeister. „Wir sind den Schulleitungen sehr dankbar für diese elegante Art der Zusammenarbeit.“

Appel und Siebert erwarten, dass künftig etwa 20 Schüler pro Jahr nach der 10. Klasse auf das Gymnasium wechseln. „Exakt vorhersehbar ist das natürlich nicht. Erstmal sind die Jahrgänge unterschiedlich stark und manche Schüler nutzen ja auch Angebote außerhalb von Glückstadt – beispielsweise am Regionalen Bildungszentrum in Itzehoe“, erklärt Siebert. „Durch die Kooperation ist aber gewährleistet, dass niemand Angst haben muss, in Glückstadt keinen Platz zu bekommen“, ergänzt Appel. „Wir wollen so die Schulabbrecherquote niedrig halten und vermeiden, dass Kinder zu früh unter zu großen Druck gesetzt werden, weil der vermeintlich Eindruck entsteht, eine Laufbahn auf der Gemeinschaftsschule sei mit Hinblick auf ein mögliches Abitur eine Sackgasse.“

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