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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 08:22 Uhr

Versuchte Brandstiftung bleibt ungesühnt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beihilfe zur Sachbeschädigung – das blieb übrig von schweren Vorwürfen gegen einen 22-jährigen gebürtigen Itzehoer. Angeklagt war versuchter Mord in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung. Die Strafe: 25 Tagessätze zu je 15 Euro.

Der Angeklagte sollte mit einem Kumpan Anfang 2013 nach einem Einbruch in der Straße Hohe Luft Feuer gelegt haben (wir berichteten). Es gab Probleme mit dem Ex-Partner seiner Freundin, heute Ehefrau, es ging um das Umgangsrecht für das Kind des früheren Paars. Mit seinem Kumpel und damaligen Mitbewohner (26) holte der Angeklagte Mitte Januar 2013 zudem Gegenstände beim ehemaligen Partner seiner Frau ab. ,,Dabei ging es sicherlich nicht freundlich zu, möglicherweise sind Sätze gefallen wie: ‚Wir kommen wieder‘“, sagte Eberhard Hülsing, Vorsitzender Richter am Landgericht.

Als der Angeklagte Ende Januar in seinen 21. Geburtstag hineinfeierte, kam es zur Tat: Nach viel Alkohol und Drogen standen die Männer um vier Uhr morgens vor dem Wohnblock in der Straße Hohe Luft. In einer der 14 Wohnungen lebte der Kontrahent. Der 26-Jährige kletterte auf ein Vordach, trat eine Scheibe ein, zerschnitt sich die Achillessehne und blutete stark. Er hatte Angst, dass ihn die Polizei anhand der Blutspuren identifiziert – zu Recht, wie sich später zeigte. So entschieden sich die beiden Männer, mit einer Kaffeemaschine auf dem eingeschalteten Herd Feuer zu legen. Die Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.

Aber wer war der Brandstifter? Die Anklage legte sich auf den 21-Jährigen fest, gestützt vor allem auf die Aussage zweier Zeuginnen, denen gegenüber er gestanden haben soll, dass er den Brand gelegt habe. Doch vor Gericht konnten sich die Frauen kaum erinnern, eine ist zudem die Freundin des 26-Jährigen, könnte also ein Interesse haben, den Angeklagten zu belasten. Fazit: Aussagen nicht verwertbar. Der Angeklagte sagte, er sei nicht in die Wohnung eingestiegen. Das Gegenteil ließ sich nicht beweisen.

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erstellt am 26.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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