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Pendler : „Verspätungen hat es immer gegeben“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Herzhorner Pendler überwiegend zufrieden mit dem neuen Fahrplan. Laut Bürgermeister fahren wieder mehr Leute mit der Bahn.

„Der Zug 75532 fährt heute 45 Minuten später. Grund ist eine Stellwerkstörung.“ Bahnfahrern dürfte dieser Satz von den Anzeigetafeln am Bahnhof gut bekannt sein. Vereinzelt wurden bereits Stimmen laut, dass sich die Verspätungen mit dem Betreiber- und Fahrplanwechsel im Dezember vergangenen Jahres häufen (wir berichteten). Seitdem fährt die Nordbahn auf der Strecke zwischen Hamburg und Itzehoe. Eine Umfrage unserer Zeitung auf dem Bahnsteig in Herzhorn hat ergeben, dass die meisten Fahrgäste, die dort zu- und aussteigen, zufrieden sind.

Als um 16.33 Uhr der Zug hält, steigen einige Pendler aus Richtung Hamburg aus. Unter ihnen ist Jürgen Dieckmann (57) aus der Engelbrechtschen Wildnis. Froh gelaunt berichtet er: „Ich bin heute 15 Minuten früher hier als sonst, denn durch die Verspätung konnte ich den früheren Zug erreichen.“ Dieckmann arbeitet in der Hamburger City Nord und fährt morgens um 6.08 Uhr mit der Bahn bis Dammtor und dann mit der U-Bahn bis Alsterdorf. „Durch den Fahrplanwechsel im Dezember hat sich meine Fahrt zur Arbeit um 20 Minuten verkürzt. Jetzt brauche ich noch 70 Minuten. Verspätungen hat es immer schon gegeben und sind in der Regel nicht von der Nordbahn verschuldet“, sagt Dieckmann.

Seit 25 Jahren ist Jürgen Dieckmann Pendler nach Hamburg und freut sich über die Bahnanbindung in Herzhorn. „Die Züge sind morgens ab Tornesch zwar sehr voll und abends bekomme ich manchmal auch erst einen Sitzplatz ab Pinneberg, aber ich glaube, dass sich das im nächsten Monat bessern wird, wenn die Nordbahn längere Züge einsetzen kann.“ Die Ausstattung der neuen Züge findet er super. „Die Toiletten funktionieren und die Luft und die Temperatur sind angenehm. Das war früher nicht immer so.“

Lena Glißmann (23) aus Herzhorn fährt seit drei Jahren mit dem Zug nach Hamburg. Sie fährt bis Hauptbahnhof und von dort weiter mit der S-Bahn. „Verspätungen habe ich selten erlebt. Der Fahrplan ist für mich jetzt besser, da in den Stoßzeiten die Züge sogar häufiger als im Stundentakt fahren.“ Die Züge der Nordbahn empfindet sie als komfortabel und leise, die Aufteilung und die Sitzplätze angenehm. Sie wundert sich, dass es kaum Zugbegleiter gibt: „Seit Dezember hat noch kein Schaffner meine Fahrkarte kontrolliert.“

Auf dem Bahnsteig kommen Timna Jens (16) und Bensu Yilmaz (16)an (kleines Foto). Sie wollen mit dem nächsten Zug nach Glückstadt fahren. Bensu: „Wir gehen beide in Glückstadt zur Schule und fahren seit dem Fahrplanwechsel lieber mit der Bahn statt wie vorher mit dem Bus. Die Bahn ist angenehmer und fährt häufiger am Tag, sodass wir auch nachmittags leicht nach Glückstadt kommen können. Ich finde gut, dass die Türen so leicht aufgehen.“

Bereits um 16.50 Uhr läuft der nächste Zug aus Richtung Hamburg ein. Er hat 15 Minuten Verspätung zur fahrplanmäßigen Ankunft. Wieder steigen Pendler aus, die von der Arbeit kommen. Thies Berend (49) aus Herzhorn fährt bis Altona. Er nimmt morgens den Zug um 6.28 Uhr und ist in 50 Minuten am Ziel. „Die Züge fahren weiterhin stündlich ab Herzhorn, nur die Zeiten haben sich etwas geändert. Das ist für mich kein Problem.“

Volker Malinowski (58) aus Herzhorn fährt morgens bereits um 5.28 Uhr ab Herzhorn nach Altona. „Mit den Zughalten in Herzhorn bin ich zufrieden. Ich hatte aber schon zweimal das Problem, dass die Tür auf der Rückfahrt in Herzhorn nicht aufging. So musste ich bis Glückstadt durchfahren.“

Stefan Junge (51) aus Glückstadt fährt normalerweise ab Glückstadt bis Dammtor oder Altona: „Dass nach 20 Minuten schon der nächste Zug fährt, finde ich toll. Die Kinderkrankheiten beim neuen Fahrplan werden sicher bald überwunden sein.“

Nicht zufrieden ist Diethelm Sayk (56) aus der Engelbrechtschen Wildnis. Er fährt von Herzhorn bis Pinneberg und dann mit dem Bus bis Wedel. „Durch den Fahrplanwechsel bekomme ich erst einen späteren Bus und brauche jetzt 15 Minuten länger zur Arbeit.“ Kritisch berichtet er von Unpünktlichkeiten und fehlenden Ansagen am Bahnsteig.

Herzhorns Bürgermeister Wolfgang Glißmann ist froh über die Bahnanbindung. Er kommentiert: „Bei jedem Fahrplanwechsel gibt es Gewinner und Verlierer. In Herzhorn hat sich die Situation für viele verbessert. Ich habe den Eindruck, dass zurzeit sogar wieder mehr Bürger in Herzhorn mit der Bahn fahren.“


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erstellt am 17.Feb.2015 | 16:38 Uhr

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